Unterschied zwischen Datenbankmanagementsystem (DBMS) und Dateimanagementsystem (FMS)

Kurz gesagt
Ein Datenbankmanagementsystem (DBMS) verwaltet Daten in einer Datenbank und bietet dafür Funktionen wie Abfragen, Zugriffsregeln und Prüfungen der Datenintegrität. Ein Dateimanagementsystem (FMS) organisiert Daten dagegen vor allem in Dateien; deren Aufbau und Verarbeitung liegen typischerweise bei den jeweiligen Anwendungen.
Der HauptunterschiedEin Datenbankmanagementsystem (DBMS) stellt Funktionen für Abfragen und Integritätskontrollen bereit, während beim Dateimanagementsystem (FMS) Anwendungen Aufbau und Verarbeitung der Dateien bestimmen.
Beide dienen dazu, digitale Daten dauerhaft abzulegen und wiederzufinden, unterscheiden sich aber darin, wie sie deren Struktur und Verarbeitung verwalten.
Steckbriefe
Steckbrief: Datenbankmanagementsystem (DBMS)
Ein Datenbankmanagementsystem ist Software zum Erstellen, Abfragen und Verwalten von Datenbanken. Es vermittelt zwischen Anwendungen und den gespeicherten Daten.
- Das DBMS verwaltet Daten nach einem Datenmodell; wie strikt die Struktur vorgegeben ist, hängt vom System ab.
- Abfragen über gemeinsame Schnittstellen
- Regeln für Datenzugriffe
Beispiel Eine Bibliotheksanwendung fragt im DBMS ab, ob ein Buch ausgeliehen ist.
Steckbrief: Dateimanagementsystem (FMS)
Ein Dateimanagementsystem bezeichnet in diesem Vergleich eine dateibasierte Art der Datenverwaltung. Daten liegen in Dateien, deren Format und Verarbeitung häufig durch einzelne Anwendungen festgelegt werden.
- Daten liegen in Dateien
- Formate anwendungsabhängig
- Zugriff über Dateioperationen
Beispiel Eine kleine Vereinsverwaltung speichert Mitglieder in einer Tabelle als CSV-Datei.
Auf einen Blick
| Merkmal | Datenbankmanagementsystem (DBMS) | Dateimanagementsystem (FMS) |
|---|---|---|
| Was ist es? | Software zum Verwalten einer Datenbank | Verwaltung von Daten in einzelnen Dateien |
| Typisch | Strukturierte Daten und gemeinsame Abfragen | Dateien mit anwendungsspezifischen Formaten |
| Wofür / wann? | Für umfangreiche, gemeinsam genutzte Datenbestände | Für einfache oder dateibezogene Datenbestände |
| Beispiel | Eine Abfrage zeigt alle verfügbaren Bibliotheksbücher. | Eine Anwendung liest Einträge aus einer CSV-Datei. |
| Datenstruktur | Das DBMS verwaltet Daten nach einem Datenmodell; wie strikt die Struktur vorgegeben ist, hängt vom System ab. | Die Anwendung legt Aufbau und Bedeutung der Dateiinhalte fest. |
| Datenzugriff | Anwendungen können Daten über eine gemeinsame Abfrageschnittstelle nutzen. | Programme lesen und verändern Dateien über Dateioperationen. |
| Konsistenz | Regeln können unzulässige oder widersprüchliche Daten verhindern. | Prüfungen müssen häufig von den Anwendungen umgesetzt werden. |
| Änderungen | Strukturänderungen lassen sich zentral für die Datenbank verwalten. | Formatänderungen können Anpassungen in mehreren Programmen erfordern. |
Im Detail
Wie die beiden Ansätze Daten organisieren
Ein DBMS verwaltet eine Datenbank als zusammenhängenden Datenbestand. Die Struktur wird beschrieben, damit das System Einträge gezielt finden, ändern und miteinander verknüpfen kann. Eine Anwendung muss dafür nicht wissen, an welcher Stelle auf dem Speichermedium einzelne Daten liegen.
Beim dateibasierten Ansatz speichert ein Programm Informationen in einer oder mehreren Dateien. Die Anwendung muss wissen, wie diese Inhalte aufgebaut sind und wie sie gelesen oder geändert werden. Ein anderes Programm kann dieselben Dateien nur problemlos nutzen, wenn es das Format kennt.
Abfragen, gemeinsame Nutzung und Regeln
Ein DBMS kann Daten anhand bestimmter Bedingungen auswählen, sortieren oder verknüpfen. Bei einer Bibliotheksdatenbank lässt sich etwa nach allen Büchern eines Fachgebiets suchen, ohne jede Datei einzeln durchzugehen. Welche Abfragesprache und Funktionen verfügbar sind, hängt vom jeweiligen System ab.
Greifen mehrere Personen oder Programme auf denselben Bestand zu, kann das DBMS den gleichzeitigen Zugriff koordinieren und Änderungen nach festgelegten Regeln verarbeiten. In einer dateibasierten Lösung müssen solche Aufgaben eher die Programme selbst übernehmen. Bei einfachen Anwendungen reicht das aus; mit wachsender Zahl von Nutzern und Funktionen wird die Abstimmung aufwendiger.
Fehler, Redundanz und Pflege
Werden ähnliche Angaben in getrennten Dateien mehrfach gespeichert, kann eine Änderung an einer Stelle fehlen. Dann entstehen widersprüchliche Versionen, etwa wenn eine Adresse in einer Mitgliederdatei aktualisiert, in einer zweiten aber nicht geändert wird. Ein DBMS kann gemeinsam verwendete Daten zentral verwalten und Prüfregeln festlegen, beseitigt aber nicht automatisch jeden Fehler.
Dateien sind nicht grundsätzlich unsicher oder ungeeignet. Für einen kleinen, überschaubaren Datenbestand kann eine Datei leicht zu erstellen, weiterzugeben und mit einfachen Werkzeugen zu bearbeiten sein. Entscheidend ist, ob die Anforderungen an gemeinsames Arbeiten, Datenregeln und Auswertungen mit diesem einfachen Aufbau erfüllt werden.
Was mit FMS gemeint ist
FMS ist nicht einheitlich standardisiert. In diesem Artikel bezeichnet es eine dateibasierte Datenverwaltung, bei der Anwendungen ihre Daten in Dateien ablegen. Der Begriff kann in anderen Zusammenhängen anders verwendet werden.
Davon zu unterscheiden ist das Dateisystem eines Betriebssystems. Es organisiert Dateien und Verzeichnisse auf einem Speichermedium und kümmert sich beispielsweise um Dateinamen und Speicherorte. Es ist nicht automatisch ein FMS im Sinn einer Anwendungsverwaltung und bietet nicht dieselben Datenbankfunktionen wie ein DBMS.
Wann nimmt man was?
- Wählen Sie eine dateibasierte Lösung, wenn wenige Personen einen kleinen Bestand bearbeiten und das Format übersichtlich bleibt.
- Prüfen Sie ein DBMS, wenn mehrere Anwendungen dieselben Daten zuverlässig nutzen oder gezielt abfragen sollen.
- Nutzen Sie Datenbankregeln, wenn Einträge bestimmte Bedingungen erfüllen müssen, etwa eindeutige Kennungen.
- Planen Sie Format und Pflege mit, wenn Sie Dateien weitergeben oder über längere Zeit aufbewahren.
Gemeinsamkeiten
- Beide speichern digitale Daten dauerhaft.
- Beide ermöglichen Anwendungen den Zugriff auf gespeicherte Informationen.
- Beide benötigen Speicherplatz und passende Zugriffsrechte.
Häufige Fragen
Ist eine CSV-Datei ein DBMS?
Nein. Eine CSV-Datei ist ein Dateiformat für tabellarische Daten, kein Datenbankmanagementsystem. Ein Programm kann die Datei aber als einfache dateibasierte Datenquelle verwenden.
Kann ein DBMS mehrere Nutzer gleichzeitig unterstützen?
Ja, die Koordination gleichzeitiger Zugriffe gehört bei vielen DBMS zu den wichtigen Funktionen. Welche Möglichkeiten bestehen, hängt vom konkreten System und seiner Konfiguration ab.
Wann reicht eine dateibasierte Datenverwaltung aus?
Sie kann genügen, wenn der Datenbestand klein und die Zahl der bearbeitenden Personen überschaubar ist. Werden gemeinsame Abfragen, verlässliche Regeln oder koordinierte Änderungen wichtiger, spricht mehr für ein DBMS.





