Unterschied zwischen Devise und Derivat

Kurz gesagt
Eine Devise ist ein auf fremde Währung lautendes Guthaben oder ein Zahlungsanspruch, etwa auf einem Fremdwährungskonto. Ein Derivat ist ein Finanzvertrag, dessen Wert von einem Basiswert wie einem Wechselkurs, einer Aktie oder einem Rohstoff abhängt. Eine Währung oder ein Wechselkurs kann Basiswert eines Derivats sein. Ein Devisenguthaben und das darauf bezogene Derivat bleiben unterschiedliche Finanzobjekte.
Der HauptunterschiedDevisen bezeichnen Guthaben oder Ansprüche in Fremdwährung; Derivate sind davon getrennte Verträge mit eigenen Rechten und Pflichten, deren Wert sich aus einem Basiswert ableitet.
Beide Begriffe kommen im Finanzwesen vor und können beim Devisenhandel zusammenhängen, bezeichnen aber unterschiedliche Arten von Finanzobjekten.
Steckbriefe
Steckbrief: Devise
Eine Devise ist ein Guthaben oder Zahlungsanspruch in einer ausländischen Währung. Im engeren Sprachgebrauch grenzt man Devisen von ausländischem Bargeld, den sogenannten Sorten, ab.
- Fremde Währung
- Guthaben oder Anspruch
- Nicht zwingend Bargeld
Beispiel Sie überweist US-Dollar von ihrem Fremdwährungskonto an einen Lieferanten.
Steckbrief: Derivat
Ein Derivat ist ein Finanzinstrument, dessen Wert sich aus der Entwicklung eines anderen Werts ableitet. Dieser Basiswert kann zum Beispiel eine Währung, eine Aktie oder ein Zinssatz sein.
- Vertragliches Finanzinstrument
- Wert hängt vom Basiswert ab
- Oft zukünftige Erfüllung
Beispiel Ein Unternehmen vereinbart heute einen Wechselkurs für eine Zahlung in drei Monaten.
Auf einen Blick
| Merkmal | Devise | Derivat |
|---|---|---|
| Was ist es? | Fremdwährungsguthaben oder Zahlungsanspruch | Finanzvertrag mit Wertbezug zu einem Basiswert |
| Typisch | Kontoguthaben in einer anderen Währung | Termin-, Options- oder Tauschvertrag |
| Wofür / wann? | Für Zahlungen und Guthaben in Fremdwährung | Zur Absicherung, Anlage oder Spekulation |
| Beispiel | Ein Guthaben in US-Dollar | Ein Vertrag über einen künftigen Wechselkurs |
| Bezug | Lautet auf eine fremde Währung | Leitet seinen Wert von einem Basiswert ab |
| Form | Guthaben oder Zahlungsanspruch | Vertrag beziehungsweise Finanzinstrument |
| Bargeld | Bargeld heißt im engeren Sinn Sorte | Kein Bargeld, sondern ein Finanzvertrag |
| Beispiel | Fremdwährung auf einem Bankkonto | Devisentermingeschäft |
Im Detail
Was mit „Devise“ gemeint ist
Im Finanzkontext bezeichnet „Devise“ meist ein ausländisches Zahlungsmittel in Form eines Guthabens oder Anspruchs. Dazu zählen zum Beispiel Bankguthaben in einer Fremdwährung oder bestimmte Zahlungsansprüche gegenüber ausländischen Schuldnern.
Bargeld in ausländischer Währung wird dagegen häufig „Sorte“ genannt. Wer im Urlaub Dollar-Scheine in der Hand hält, besitzt also Sorten; ein Dollar-Guthaben auf einem Bankkonto gilt als Devise. Im allgemeinen Sprachgebrauch kann „Devise“ außerdem einen Leitspruch oder eine Maxime bedeuten.
Wie ein Derivat funktioniert
Der Wert eines Derivats richtet sich nach einem anderen Wert, dem Basiswert. Das können etwa eine Währung, ein Wertpapier, ein Rohstoff oder ein Zinssatz sein. Je nach Vertrag wird zu einem späteren Zeitpunkt gezahlt, getauscht oder ein Recht ausgeübt.
Zu den verbreiteten Formen zählen Termingeschäfte, Optionen und Swaps. Ihre Bedingungen legen unter anderem fest, worauf sich der Vertrag bezieht und wie die Abrechnung erfolgt. Ein Derivat ist daher nicht einfach ein anderer Name für den Basiswert: Der Vertrag und der zugrunde liegende Wert sind verschiedene Dinge.
Wenn Devisen und Derivate zusammentreffen
Eine Währung oder ein Wechselkurs kann Basiswert eines Derivats sein. Ein Unternehmen, das später eine Rechnung in US-Dollar bezahlen muss, kann beispielsweise einen Vertrag nutzen, der einen Wechselkurs für einen künftigen Zeitpunkt festlegt. Ein solcher Vertrag ist ein Devisenderivat; die Dollar selbst sind weiterhin Devisen.
Damit lassen sich mögliche Wechselkursschwankungen begrenzen. Der Vertrag kann aber auch zu Verlusten führen, wenn sich der Wechselkurs anders entwickelt als erwartet. Ob eine Absicherung sinnvoll ist, hängt von der konkreten Situation und den Vertragsbedingungen ab; diese Erklärung ist keine individuelle Finanzberatung.
Begriffe nach ihrer Funktion unterscheiden
Fragen Sie zuerst, ob von einem vorhandenen Fremdwährungsguthaben oder einem Anspruch in fremder Währung die Rede ist. Dann geht es um Devisen. Geht es dagegen um einen Vertrag, dessen Wert von einem Wechselkurs oder einem anderen Basiswert abhängt, handelt es sich um ein Derivat.
Die Begriffe schließen einander nicht grundsätzlich aus: Ein Derivat kann sich auf Devisen beziehen. Zugleich ist nicht jede Devise ein Derivat, denn ein einfaches Fremdwährungskonto ist kein solcher Vertrag. Der fachliche Zusammenhang entsteht also erst durch den konkreten Basiswert.
Woran erkennt man den Unterschied?
- Prüfen Sie, ob ein Kontoguthaben oder ein Zahlungsanspruch in fremder Währung gemeint ist: Das spricht für eine Devise.
- Achten Sie auf Wörter wie „Vertrag“, „Termin“, „Option“ oder „Basiswert“: Sie deuten auf ein Derivat hin.
- Fragen Sie, ob der Wert unmittelbar in einer Fremdwährung besteht oder von deren künftigem Kurs abhängt.
- Unterscheiden Sie Bargeld von Kontoguthaben: Ausländische Geldscheine heißen im engeren Sprachgebrauch Sorten.
Gemeinsamkeiten
- Beide Begriffe werden im Finanzwesen verwendet.
- Beide können mit Fremdwährungen und Wechselkursen zu tun haben.
- Eine Währung oder ein Wechselkurs kann Basiswert eines Derivats sein.
Häufige Fragen
Sind Devisen und Sorten dasselbe?
Nicht im engeren Finanzsprachgebrauch. Devisen sind Fremdwährungsguthaben oder Zahlungsansprüche, während Sorten ausländisches Bargeld bezeichnen.
Was ist ein Devisenderivat?
Ein Devisenderivat ist ein Finanzvertrag, dessen Wert von einer oder mehreren Währungen beziehungsweise deren Wechselkursen abhängt. Ein Beispiel ist ein Vertrag, der einen Wechselkurs für einen späteren Zahlungstermin festlegt.
Ist ein Derivat immer riskanter als eine Devise?
Das lässt sich nicht pauschal sagen: Das Risiko hängt unter anderem von Vertrag, Basiswert und Einsatz ab. Derivate können Risiken absichern, aber auch Verluste verursachen; Devisenguthaben können ebenfalls durch Wechselkursänderungen an Wert verlieren.





