Unterschied zwischen Violine und Viola

Kurz gesagt
Violine und Viola sind eng verwandte Streichinstrumente, unterscheiden sich aber vor allem in Stimmung und Tonlage: Die Viola klingt tiefer. Sie ist meist auch größer gebaut. Die Viola wird im Deutschen auch „Bratsche“ genannt.
Der HauptunterschiedDie Violine ist höher gestimmt; die Viola steht eine Quinte tiefer und ist meist größer gebaut.
Beide Instrumente werden mit einem Bogen gespielt und haben vier Saiten, unterscheiden sich aber in Stimmung, Tonumfang und Klangfarbe.
Steckbriefe
Steckbrief: Violine
Die Violine ist ein Streichinstrument mit vier Saiten. Sie wird unter anderem in Orchestern, Kammermusik und vielen Musikrichtungen als Melodieinstrument eingesetzt.
- Stimmung G–D–A–E
- Hohe Tonlage
- Violinschlüssel üblich
Beispiel Im Orchester spielt die Violine die eingängige Melodie.
Steckbrief: Viola
Die Viola ist ein Streichinstrument, das eine Quinte tiefer als die Violine gestimmt ist. Die Viola wird im Deutschen auch „Bratsche“ genannt.
- Stimmung C–G–D–A
- Tiefere Tonlage
- Bratschenschlüssel üblich
Beispiel In einem Streichquartett übernimmt die Viola eine Mittelstimme.
Auf einen Blick
| Merkmal | Violine | Viola |
|---|---|---|
| Was ist es? | Streichinstrument in höherer Lage | Streichinstrument in tieferer Lage |
| Typisch | Oft klarer und heller Klang | Oft wärmerer und dunklerer Klang |
| Wofür / wann? | Melodien und hohe Stimmen | Mittelstimmen und harmonische Fülle |
| Beispiel | Erste Stimme im Streichquartett | Bratschenstimme im Streichquartett |
| Leersaiten | G, D, A und E | C, G, D und A |
| Notenschlüssel | Meist Violinschlüssel | Meist Altschlüssel |
| Baugröße | Im Allgemeinen kleiner | Im Allgemeinen größer; Größen variieren |
Im Detail
Stimmung und Tonumfang
Die Saiten sind bei beiden Instrumenten in Quinten gestimmt. Bei der Violine lauten die leeren Saiten von tief nach hoch G, D, A und E; bei der Viola C, G, D und A. Damit liegt jede leere Saite der Viola eine Quinte unter der entsprechenden Saite der Violine.
Die tiefste Saite der Viola ist also ein C, während die tiefste Saite der Violine ein G ist. Beide Instrumente können viele Töne spielen, doch ihre üblichen Lagen und musikalischen Aufgaben unterscheiden sich. Die Viola kann zudem nicht einfach wie eine vergrößerte Violine klingen: Saiten, Korpus und Spielweise tragen gemeinsam zu ihrem besonderen Klang bei.
Klang und Bauweise
Eine Viola ist gewöhnlich größer als eine Violine, damit ihr Korpus die tiefere Stimmung unterstützt. Die Größen sind jedoch nicht einheitlich: Es gibt unterschiedlich große Violen, und die passende Größe hängt auch von der Spielerin oder dem Spieler ab. Deshalb lässt sich ein Instrument nicht allein anhand seiner Maße sicher bestimmen.
Die tieferen Saiten der Viola sind dicker und sprechen anders an. Ihr Klang wird oft als warm, dunkel oder etwas rau beschrieben; die Violine klingt häufig heller und brillanter. Das sind Klangbeschreibungen, keine festen Regeln: Spielweise, Instrument und Musikstück beeinflussen den Eindruck.
Notenschrift und Orchester
Für Violinnoten wird überwiegend der Violinschlüssel verwendet. Die Viola spielt häufig im Altschlüssel, auch Bratschenschlüssel genannt. Dieser Schlüssel hilft, viele ihrer Töne ohne übermäßig viele Hilfslinien aufzuschreiben; in höheren Passagen kann auch für die Viola der Violinschlüssel erscheinen.
Im Orchester trägt die Violine oft Melodien oder hohe Gegenstimmen, während die Viola häufig die harmonische Mitte ausfüllt. In einem Streichquartett sind zwei Violinen, eine Viola und ein Violoncello üblich. Das bedeutet nicht, dass die Viola stets begleitet: Sie kann ebenso eine hervorgehobene Melodie spielen.
Namen und musikalische Verwendung
„Viola“ ist die gebräuchliche Bezeichnung für das Instrument; die Viola wird im Deutschen auch „Bratsche“ genannt. Gemeint ist dabei in der Regel dasselbe Streichinstrument, nicht ein anderes Instrument. In Noten, Besetzungslisten und im internationalen Musikgebrauch steht häufig „Viola“.
Die Instrumente sind nicht austauschbar, wenn ein Werk für eine bestimmte Stimme geschrieben ist: Ihre Stimmung und ihr Tonumfang bestimmen, welche Töne bequem und klanglich passend spielbar sind. Wer ein Instrument erlernt, berücksichtigt außerdem Körpergröße, Haltung und persönliche Vorlieben. Eine Lehrkraft oder ein Fachgeschäft kann beim Ausprobieren der passenden Instrumentengröße helfen.
Woran erkennt man den Unterschied?
- Prüfen Sie die leeren Saiten: E als höchste Saite spricht für eine Violine, C als tiefste für eine Viola.
- Achten Sie auf den Notenschlüssel: Der Altschlüssel weist oft auf eine Bratschenstimme hin, ist aber kein alleiniger Beweis.
- Vergleichen Sie die Tonlage im Klang: Die Viola wirkt meist tiefer und dunkler als die Violine.
- Verlassen Sie sich nicht nur auf die Größe: Besonders bei kleineren Violen können die Maße ähnlich wirken.
Gemeinsamkeiten
- Beide haben vier Saiten und werden mit einem Bogen gestrichen.
- Beide können auch gezupft werden.
- Sie gehören zur Familie der Streichinstrumente.
- Sie spielen gemeinsam in Orchestern und Kammermusikgruppen.
Häufiger Irrtum
Irrtum: „Die Viola ist nur eine größere Violine.“
Richtig: Sie ist tiefer gestimmt und unterscheidet sich auch in Saiten, Klang und üblicher Notation.
Häufige Fragen
Ist eine Bratsche dasselbe wie eine Viola?
Ja. „Bratsche“ ist der im Deutschen verbreitete Name für die Viola. In Orchestern und Noten findet sich oft die Bezeichnung „Viola“.
Kann man Violinnoten auf der Viola spielen?
Manche Passagen lassen sich übertragen, aber Violine und Viola sind unterschiedlich gestimmt. Eine Übertragung muss deshalb Tonlage und spielbare Töne berücksichtigen.
Welches Instrument klingt tiefer: Violine oder Viola?
Die Viola klingt tiefer. Ihre vier leeren Saiten reichen von C bis A, während die Violine von G bis E gestimmt ist.





