Gesundheit & Medizin

Unterschied zwischen Hypertonie und Hypotonie

Gegenüberstellung: links Hypertonie, rechts Hypotonie

Kurz gesagt

Hypertonie bedeutet dauerhaft erhöhten Blutdruck, Hypotonie einen ungewöhnlich niedrigen Blutdruck. Ein einzelner Messwert reicht meist nicht zur Einordnung: Entscheidend sind wiederholte Messungen, die Situation und mögliche Beschwerden.

Der HauptunterschiedBei Hypertonie ist der arterielle Blutdruck dauerhaft erhöht, bei Hypotonie ungewöhnlich niedrig.

BeziehungGegensätzeHypertonie und Hypotonie sind zwei Pole derselben Sache
Ähnlichkeit5/10

Beide betreffen den arteriellen Blutdruck und werden mit Messungen beurteilt; Hypertonie bedeutet dauerhaft erhöhte, Hypotonie ungewöhnlich niedrige Werte.

Steckbriefe

Steckbrief: Hypertonie

Hypertonie, auch Bluthochdruck genannt, liegt vor, wenn der Blutdruck wiederholt erhöht ist. Bei Messungen in der Arztpraxis gilt bei Erwachsenen üblicherweise ein systolischer Wert ab 140 mmHg und/oder ein diastolischer Wert ab 90 mmHg als Hypertonie.

  • wiederholt erhöhte Werte
  • oft ohne Beschwerden
  • langfristige Gefäßbelastung

Beispiel Bei mehreren Praxisbesuchen misst die Ärztin wiederholt erhöhte Werte und prüft, ob Bluthochdruck vorliegt.

Steckbrief: Hypotonie

Hypotonie bedeutet niedrigen Blutdruck. Häufig dient ein Wert unter 90/60 mmHg als Orientierung, doch Beschwerden und persönliche Umstände sind für die Beurteilung wichtig.

  • niedrige Messwerte
  • mitunter Schwindel
  • oft ohne Krankheitswert

Beispiel Nach schnellem Aufstehen wird einer Person kurz schwindelig. Das kann mit einem vorübergehenden Blutdruckabfall zusammenhängen, beweist ihn aber nicht.

Auf einen Blick

MerkmalHypertonieHypotonie
Was ist es?Dauerhaft erhöhter arterieller BlutdruckNiedriger arterieller Blutdruck
TypischHäufig lange ohne spürbare BeschwerdenKann Schwindel oder Schwäche auslösen
Wofür / wann?Wiederholte Messungen klären den BefundWerte und Beschwerden gemeinsam beurteilen
BeispielWiederholt erhöhte PraxiswerteNiedriger Wert mit Schwindel beim Aufstehen
OrientierungswertWiederholt erhöhte PraxiswerteOft unter 90/60 mmHg
Häufige BedeutungErhöht langfristig Gefäß- und OrganschädenKann harmlos sein oder Beschwerden verursachen
MesskontextAuch zu Hause oder per Langzeitmessung prüfenLiegen, Sitzen und Stehen können Werte beeinflussen
Plötzliche VeränderungSehr hohe Werte mit akuten Beschwerden sind dringlichEin abrupter Abfall kann Kreislaufprobleme auslösen

Im Detail

Was die Blutdruckwerte bedeuten

Blutdruck wird mit zwei Zahlen angegeben. Der obere, systolische Wert beschreibt den Druck, wenn sich das Herz zusammenzieht; der untere, diastolische Wert den Druck zwischen den Herzschlägen. Die Einheit lautet Millimeter Quecksilbersäule, abgekürzt mmHg.

Ein erhöhter Praxiswert muss bestätigt werden, weil Aufregung, Schmerzen oder die Messsituation das Ergebnis beeinflussen können. Dafür kommen wiederholte Messungen, Messungen zu Hause oder eine Langzeitmessung infrage. Für Messungen zu Hause gilt als übliche Grenze ein Durchschnitt ab 135 mmHg systolisch und/oder 85 mmHg diastolisch.

Warum Hypertonie oft unbemerkt bleibt

Bluthochdruck verursacht häufig lange keine eindeutigen Beschwerden. Trotzdem kann er auf Dauer Herz, Gehirn, Nieren und Blutgefäße belasten und das Risiko für bestimmte Erkrankungen erhöhen. Deshalb lässt er sich nicht zuverlässig daran erkennen, wie man sich gerade fühlt.

Die Ursachen sind unterschiedlich. Vererbung, Alter, bestimmte Erkrankungen und Lebensgewohnheiten können eine Rolle spielen; oft wirken mehrere Faktoren zusammen. Ob eine Behandlung nötig ist und welche infrage kommt, beurteilt medizinisches Fachpersonal anhand der Gesamtsituation.

Wann niedriger Blutdruck auffällt

Niedrige Werte sind bei manchen Menschen dauerhaft vorhanden, ohne Beschwerden oder gesundheitliche Nachteile zu verursachen. Andere bemerken Schwindel, Benommenheit, Müdigkeit oder kurzzeitige Sehstörungen, besonders beim Aufstehen. Auch Flüssigkeitsmangel, Erkrankungen oder bestimmte Medikamente können den Blutdruck senken.

Ein Blutdruckabfall beim Wechsel vom Liegen oder Sitzen zum Stehen wird orthostatische Hypotonie genannt. Als medizinische Orientierung gilt ein Abfall von mindestens 20 mmHg beim oberen oder 10 mmHg beim unteren Wert innerhalb von drei Minuten nach dem Aufstehen. Die Messung und Einordnung sollte bei wiederkehrenden Beschwerden medizinisch abgeklärt werden.

Messwerte richtig einordnen

Ein einzelner Wert ist weder eine sichere Diagnose noch ein Grund, Medikamente eigenmächtig zu verändern. Vor einer Messung sollte man einige Minuten ruhig sitzen; Manschette, Armposition und passende Manschettengröße beeinflussen die Genauigkeit. Bei auffälligen Werten hilft es, Messwerte und Beschwerden zu notieren und ärztlich zu besprechen.

Bei sehr hohem Blutdruck zusammen mit Brustschmerz, Atemnot, Lähmungs- oder Sprachstörungen ist sofortige medizinische Hilfe nötig. Auch Ohnmacht, starke Schwäche oder Verwirrtheit bei niedrigem Blutdruck können ein Notfall sein. Rufen Sie in solchen Situationen den Rettungsdienst.

Woran erkennt man den Unterschied?

  1. Messen Sie nach einigen Minuten Ruhe und mit korrekt angelegter Manschette.
  2. Notieren Sie Datum, Uhrzeit, Messwert und mögliche Beschwerden.
  3. Lassen Sie wiederholt auffällige Werte ärztlich beurteilen, statt aus einer Einzelmessung zu schließen.
  4. Achten Sie bei Schwindel darauf, ob er beim Aufstehen auftritt; bei Ohnmacht oder starken Beschwerden holen Sie sofort Hilfe.

Gemeinsamkeiten

  • Beide betreffen den Druck des Blutes in den Arterien.
  • Beide werden mit einem Blutdruckmessgerät erfasst.
  • Messsituation, Körperhaltung und Gesundheitszustand beeinflussen die Einordnung.
  • Beschwerden und Messwerte sollten zusammen betrachtet werden.

Häufiger Irrtum

Irrtum: „Wer sich gut fühlt, hat keinen Bluthochdruck.“

Richtig: Hypertonie bleibt häufig lange symptomlos; verlässliche Messungen sind entscheidend.

Irrtum: „Niedriger Blutdruck ist immer gefährlich.“

Richtig: Niedrige Werte können beschwerdefrei und unbedenklich sein; plötzliche Veränderungen oder starke Beschwerden müssen jedoch abgeklärt werden.

Häufige Fragen

Ab welchem Blutdruck spricht man von Bluthochdruck?

In der Arztpraxis gilt bei Erwachsenen üblicherweise ein wiederholt gemessener systolischer Wert ab 140 mmHg und/oder diastolischer Wert ab 90 mmHg als Hypertonie. Zu Hause liegt der entsprechende Orientierungswert für den Durchschnitt meist bei mindestens 135 mmHg systolisch und/oder 85 mmHg diastolisch.

Ist ein Blutdruck von 90 zu 60 gefährlich?

90/60 mmHg liegt im niedrigen Bereich, ist aber nicht automatisch gefährlich. Entscheidend ist, ob Beschwerden auftreten, der Wert neu ist oder eine Erkrankung beziehungsweise ein Flüssigkeitsmangel dahintersteckt.

Kann man gleichzeitig hohen und niedrigen Blutdruck haben?

Dauerhaft erhöhte und niedrige Werte sind gegensätzliche Zustände, können aber zu unterschiedlichen Zeiten auftreten. Zum Beispiel können Medikamente, Flüssigkeitsmangel oder ein Lagewechsel den Blutdruck vorübergehend absenken, obwohl sonst Hypertonie besteht.

Stand: 25. Oktober 2026. Mit KI-Unterstützung erstellt und in einem zweiten Durchgang auf sachliche Fehler geprüft — so arbeiten wir. Ersetzt keine fachliche Beratung. Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.

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