Unterschied zwischen direkte Steuer und indirekte Steuer

Kurz gesagt
Bei direkten Steuern fallen gesetzlicher Steuerschuldner und vorgesehener Steuerträger grundsätzlich zusammen; bei indirekten Steuern führt meist ein Unternehmen die Steuer ab und gibt sie typischerweise über Preise weiter. Das beschreibt die Einordnung, nicht zwingend die tatsächliche wirtschaftliche Belastung.
Der HauptunterschiedBei der direkten Steuer fallen gesetzlicher Steuerschuldner und vorgesehener Steuerträger grundsätzlich zusammen; bei der indirekten Steuer wird die Steuer meist über Preise weitergegeben.
Beide sind staatlich erhobene Steuerarten; bei direkten Steuern fallen Steuerschuldner und vorgesehener Steuerträger grundsätzlich zusammen, bei indirekten werden die Kosten typischerweise weitergegeben.
Steckbriefe
Steckbrief: direkte Steuer
Bei einer direkten Steuer fallen gesetzlicher Steuerschuldner und vorgesehener Steuerträger grundsätzlich zusammen. Das beschreibt die steuerliche Einordnung, nicht zwingend die tatsächliche wirtschaftliche Belastung.
- Steuerpflichtiger trägt selbst
- Bemessung nach Einkommen oder Vermögen
- Zahlung an Finanzbehörde
Beispiel Eine Angestellte zahlt Einkommensteuer auf ihr zu versteuerndes Einkommen.
Steckbrief: indirekte Steuer
Eine indirekte Steuer wird rechtlich von einer Stelle geschuldet, die sie wirtschaftlich typischerweise auf andere überträgt. Das geschieht meist durch Einrechnung in Preise.
- Weitergabe über Preise
- Steuer auf Umsatz oder Verbrauch
- Abführung durch Unternehmen
Beispiel Ein Geschäft berechnet beim Verkauf eines T-Shirts Umsatzsteuer und führt sie ab.
Auf einen Blick
| Merkmal | direkte Steuer | indirekte Steuer |
|---|---|---|
| Was ist es? | Steuer, die grundsätzlich den Steuerschuldner selbst belastet. | Steuer, deren Kosten typischerweise über Preise weitergegeben werden. |
| Typisch | Bemessung nach Einkommen, Gewinn oder Vermögen. | Anknüpfung an Verkauf, Verbrauch oder Einfuhr. |
| Wofür / wann? | Erfassung persönlicher oder wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. | Besteuerung von Waren und bestimmten Leistungen. |
| Beispiel | Einkommensteuer auf den Arbeitslohn. | Umsatzsteuer auf einen Einkauf. |
| Rechtliche Steuerschuld | Die belastete Person schuldet die Steuer. | Ein Unternehmen schuldet häufig die Abführung. |
| Erkennbarkeit | Kann auf Bescheid oder Abrechnung stehen. | Steht oft im Preis oder auf dem Kassenbon. |
| Typische Beispiele | Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Grundsteuer. | Umsatzsteuer, Energiesteuer, Tabaksteuer. |
Im Detail
Was die Einteilung bedeutet
Die Begriffe beschreiben zwei Arten, Steuern zuzuordnen. Bei der direkten Steuer fallen gesetzlicher Steuerschuldner und vorgesehener Steuerträger grundsätzlich zusammen. Bei der indirekten Steuer sind rechtliche Zahlungspflicht und wirtschaftliche Belastung typischerweise getrennt. Das beschreibt die steuerliche Einordnung, nicht zwingend die tatsächliche wirtschaftliche Belastung.
„Direkt“ und „indirekt“ bedeuten daher nicht einfach, dass eine Steuer unmittelbar oder erst später bezahlt wird. Auch eine direkte Steuer kann automatisch vom Lohn einbehalten werden. Umgekehrt wird eine indirekte Steuer nicht erst lange nach einem Einkauf fällig.
Wie indirekte Steuern weitergegeben werden
Bei der Umsatzsteuer schuldet das Unternehmen die Steuer gegenüber dem Finanzamt und führt sie ab. Im Verkaufspreis wird sie in der Regel den Kundinnen und Kunden berechnet. Wer einen Einkauf tätigt, trägt so typischerweise die wirtschaftliche Belastung, auch wenn die Steuer nicht separat an das Finanzamt überwiesen wird.
Die Übertragung erfolgt über Preise und hängt auch davon ab, wie Unternehmen und Kundschaft auf Preisänderungen reagieren. Ein Betrieb kann nicht in jeder Situation den gesamten Steuerbetrag auf den Verkaufspreis aufschlagen. Die Bezeichnung „indirekt“ beschreibt deshalb die übliche Zuordnung, nicht zwingend den tatsächlichen Verlauf jedes einzelnen Falls.
Beispiele und Bemessungsgrundlagen
Zu den direkten Steuern zählen in Deutschland unter anderem Einkommensteuer, Körperschaftsteuer und Grundsteuer. Die Einkommensteuer richtet sich nach dem zu versteuernden Einkommen; die Körperschaftsteuer betrifft insbesondere Körperschaften wie eine GmbH. Die Grundsteuer knüpft an Grundbesitz an.
Umsatzsteuer und Verbrauchsteuern wie Energie- oder Tabaksteuer gelten als indirekte Steuern. Sie entstehen etwa beim Verkauf oder Verbrauch bestimmter Waren. Die Steuer ist damit häufig Teil des Preises, den die kaufende Person bezahlt.
Warum die Grenze nicht immer scharf ist
Die Einteilung ist nützlich, aber die wirtschaftliche Wirkung kann komplizierter sein als die rechtliche Zuordnung. So ist die Körperschaftsteuer eine direkte Steuer, obwohl Unternehmen versuchen können, Kosten über höhere Preise, niedrigere Löhne oder geringere Gewinne anderer Beteiligter auszugleichen.
Auch bei einer indirekten Steuer muss die Belastung nicht vollständig bei den Kundinnen und Kunden ankommen. Ob und wie stark sie weitergegeben wird, kann sich je nach Markt und Wettbewerb unterscheiden. Für die übliche Einordnung zählen dennoch Steuerpflicht und typische Übertragung.
Woran erkennt man den Unterschied?
- Prüfen Sie, wer laut Steuerbescheid oder Gesetz die Steuer schuldet.
- Achten Sie darauf, ob die Steuer in einem Verkaufs- oder Leistungspreis steckt.
- Ordnen Sie Einkommen-, Körperschaft- und Grundsteuer typischerweise den direkten Steuern zu.
- Ordnen Sie Umsatz- und Verbrauchsteuern typischerweise den indirekten Steuern zu.
Gemeinsamkeiten
- Beide sind staatlich erhobene Steuern.
- Beide dienen der Finanzierung öffentlicher Aufgaben.
- Beide können natürliche Personen und Unternehmen wirtschaftlich betreffen.
Häufiger Irrtum
Irrtum: Bei jeder indirekten Steuer tragen Kundinnen und Kunden immer den gesamten Betrag.
Richtig: Die Steuer wird typischerweise weitergegeben; wie viel tatsächlich im Preis landet, kann variieren.
Häufige Fragen
Ist die Umsatzsteuer eine direkte oder indirekte Steuer?
Die Umsatzsteuer ist eine indirekte Steuer. Unternehmen führen sie an das Finanzamt ab und berechnen sie im Regelfall ihren Kundinnen und Kunden.
Ist die Einkommensteuer eine direkte Steuer?
Ja. Die Einkommensteuer gilt als direkte Steuer, weil sie der steuerpflichtigen Person auferlegt wird und deren Einkommen betrifft.
Welche Steuer zahlt man beim Einkaufen?
Auf viele Waren und Dienstleistungen fällt Umsatzsteuer an, die im Preis enthalten ist oder auf dem Kassenbon ausgewiesen wird. Bei bestimmten Waren kommen zusätzlich Verbrauchsteuern hinzu.





