Wissenschaft

Unterschied zwischen Endotherme Reaktion und Exotherme Reaktion

Gegenüberstellung: links Endotherme Reaktion, rechts Exotherme Reaktion

Kurz gesagt

Eine endotherme Reaktion nimmt Wärme aus ihrer Umgebung auf; eine exotherme Reaktion gibt Wärme an die Umgebung ab. Bei konstantem Druck ist die Reaktionsenthalpie ΔH bei endothermen Reaktionen positiv und bei exothermen negativ.

Der HauptunterschiedEine endotherme Reaktion nimmt Wärme aus der Umgebung auf, eine exotherme Reaktion gibt Wärme an die Umgebung ab.

BeziehungGegensätzeEndotherme Reaktion und Exotherme Reaktion sind zwei Pole derselben Sache
Ähnlichkeit5/10

Beide Begriffe beschreiben die Wärmeübertragung bei chemischen Reaktionen, jedoch in entgegengesetzter Richtung.

Steckbriefe

Steckbrief: Endotherme Reaktion

Eine endotherme Reaktion nimmt Wärme aus ihrer Umgebung auf. Bei konstantem Druck ist ihre Reaktionsenthalpie ΔH größer als null.

  • Wärmeaufnahme
  • ΔH positiv
  • Umgebung kann sich abkühlen

Beispiel Beim Erhitzen zerfällt Calciumcarbonat zu Calciumoxid und Kohlenstoffdioxid.

Steckbrief: Exotherme Reaktion

Eine exotherme Reaktion gibt Wärme an ihre Umgebung ab. Bei konstantem Druck ist ihre Reaktionsenthalpie ΔH kleiner als null.

  • Wärmeabgabe
  • ΔH negativ
  • Umgebung erwärmt sich

Beispiel Beim Verbrennen von Holz wird die Umgebung warm.

Auf einen Blick

MerkmalEndotherme ReaktionExotherme Reaktion
Was ist es?Reaktion, die Wärme aus der Umgebung aufnimmtReaktion, die Wärme an die Umgebung abgibt
TypischDie Umgebung kühlt sich abDie Umgebung erwärmt sich
Wofür / wann?Für Vorgänge mit Energiezufuhr als WärmeFür Vorgänge, die Wärme freisetzen
BeispielThermische Zersetzung von CalciumcarbonatVerbrennung von Holz
ReaktionsenthalpieΔH > 0ΔH < 0
Enthalpie der ProdukteHöher als bei den AusgangsstoffenNiedriger als bei den Ausgangsstoffen
TemperaturumgebungSinkt, wenn keine Wärme nachströmtSteigt, wenn Wärme nicht abgeführt wird

Im Detail

Was ΔH über eine Reaktion aussagt

Die Reaktionsenthalpie ΔH beschreibt die Änderung der Enthalpie zwischen Ausgangsstoffen und Produkten. Bei konstantem Druck entspricht ΔH der ausgetauschten Wärme, sofern außer Volumenarbeit keine weitere Arbeit geleistet wird. Deshalb ist ΔH ein nützliches Maß, um endotherme und exotherme Reaktionen zu unterscheiden.

Vereinfacht kann man Enthalpie als eine thermodynamische Energiegröße betrachten. Bei einer endothermen Reaktion ist die Enthalpie der Produkte höher als die der Ausgangsstoffe; bei einer exothermen Reaktion ist es umgekehrt. Die Energie verschwindet dabei nicht: Sie wird zwischen dem betrachteten Reaktionssystem und seiner Umgebung übertragen.

Reaktion und Umgebung betrachten

Ob eine Umgebung wärmer oder kälter wird, hängt davon ab, ob Wärme abgeführt oder nachgeliefert werden kann. In einem gut isolierten Gefäß lässt sich oft die Temperaturänderung des Reaktionsgemischs oder des Kalorimeters beobachten. Ein Thermometer misst dabei die Temperatur am Messort – nicht unmittelbar das Vorzeichen von ΔH.

Wichtig ist, die Grenze des betrachteten Systems festzulegen. Betrachtet man die reagierenden Stoffe als System, bedeutet „endotherm“, dass Wärme von außen in dieses System fließt. Eine andere Wahl der Systemgrenze kann die Beschreibung der Energieübertragung verändern, nicht aber den Energieerhaltungssatz.

Wärmeaufnahme ist nicht dasselbe wie Aktivierungsenergie

Auch eine exotherme Reaktion muss oft erst gestartet werden. Zum Beispiel braucht Holz eine Zündquelle, bevor es brennt. Diese anfängliche Energie überwindet die Aktivierungsbarriere; sie macht die Verbrennung nicht endotherm.

Das lässt sich in einem Energiediagramm als „Energieberg“ vor der Reaktion darstellen. Ob die Produkte insgesamt höher oder niedriger liegen als die Ausgangsstoffe, entscheidet über endotherm oder exotherm. Die Höhe des Energiebergs beantwortet dagegen, wie viel Aktivierungsenergie für den Start nötig ist.

Nicht mit freiwillig oder unfreiwillig verwechseln

„Exotherm“ bedeutet nicht automatisch, dass eine Reaktion von selbst abläuft. Eine Reaktion kann Wärme abgeben und trotzdem unter bestimmten Bedingungen nicht spontan sein. Umgekehrt folgt aus „endotherm“ nicht zwingend, dass sie unmöglich ist.

Für die Frage, ob ein Vorgang unter bestimmten Bedingungen spontan abläuft, ist neben der Enthalpie auch die Entropie wichtig. Zusammen werden diese Größen in der Gibbs-Energie berücksichtigt. Endotherm und exotherm beschreiben dagegen zunächst nur die Wärmeübertragung beziehungsweise – bei konstantem Druck – das Vorzeichen von ΔH.

Woran erkennt man den Unterschied?

  1. Legen Sie fest, welche Stoffe zum Reaktionssystem gehören und was als Umgebung gilt.
  2. Beobachten Sie die Temperatur in einem geeigneten, sicheren Versuchsaufbau.
  3. Sinkt die Umgebungstemperatur durch Wärmeaufnahme, spricht das für eine endotherme Reaktion.
  4. Steigt die Umgebungstemperatur durch Wärmeabgabe, spricht das für eine exotherme Reaktion.
  5. Falls bekannt, prüfen Sie das Vorzeichen der Reaktionsenthalpie: positiv bedeutet endotherm, negativ exotherm.

Gemeinsamkeiten

  • Beide Begriffe beschreiben Energieübertragungen bei chemischen Reaktionen.
  • Beide beziehen sich auf den Vergleich von Ausgangsstoffen und Produkten.
  • Beide lassen sich bei konstantem Druck über ΔH einordnen.

Häufiger Irrtum

Irrtum: „Eine exotherme Reaktion braucht keine Energie zum Starten.“

Richtig: Auch sie kann Aktivierungsenergie benötigen, etwa eine Flamme zum Entzünden von Holz.

Irrtum: „Endotherm bedeutet, dass eine Reaktion nicht ablaufen kann.“

Richtig: Endotherm beschreibt die Wärmeaufnahme, nicht ob eine Reaktion möglich oder spontan ist. Ob sie unter bestimmten Bedingungen spontan abläuft, hängt unter anderem von der Gibbs-Energie ab; die Wärme kann beispielsweise aus der Umgebung aufgenommen werden.

Häufige Fragen

Woran erkennt man eine endotherme Reaktion im Versuch?

Die Umgebung oder das Reaktionsgemisch kann sich abkühlen, weil Wärme in das Reaktionssystem fließt. Für eine sichere Einordnung sollte man Versuchsbedingungen und Messort berücksichtigen.

Ist Verbrennen immer exotherm?

Verbrennungen setzen typischerweise Wärme frei und sind exotherm. Eine Zündquelle kann trotzdem nötig sein, um die Reaktion in Gang zu bringen.

Was bedeutet ein positives ΔH?

Bei konstantem Druck bedeutet ein positives ΔH, dass das Reaktionssystem Wärme aufnimmt. Die Reaktion ist damit endotherm.

Stand: 25. Oktober 2026. Mit KI-Unterstützung erstellt und in einem zweiten Durchgang auf sachliche Fehler geprüft — so arbeiten wir. Ersetzt keine fachliche Beratung. Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.

Ähnliche Vergleiche

Fehlt ein Vergleich?

Was ist der Unterschied zwischen und ?

Gibt es den Vergleich schon, kommen Sie direkt hin. Sonst schreibt unsere Redaktions-KI einen neuen Artikel, prüft ihn gegen und veröffentlicht ihn — meist in wenigen Minuten. Bitte keine persönlichen Daten eingeben.