Unterschied zwischen kubistische Malerei und impressionistische Malerei

Kurz gesagt
Kubistische Malerei zerlegt Gegenstände in geometrische Formen und kann mehrere Ansichten zugleich zeigen. Impressionistische Malerei richtet den Blick vor allem auf Licht, Farbe und den flüchtigen Eindruck eines Moments.
Der HauptunterschiedKubistische Malerei zerlegt Gegenstände in geometrische Flächen und kombiniert Ansichten; impressionistische Malerei hält vor allem den momentanen Eindruck von Licht und Farbe fest.
Beide sind bedeutende Stilrichtungen der modernen Malerei, unterscheiden sich aber grundlegend darin, wie sie Wirklichkeit im Bild darstellen.
Steckbriefe
Steckbrief: kubistische Malerei
Kubistische Malerei ist eine Stilrichtung, die Gegenstände vereinfacht, in Flächen zerlegt und neu zusammensetzt. Manche Werke verbinden dabei mehrere Blickwinkel in einem Bild.
- Geometrisierte Formen
- Mehrere Blickwinkel
- Zerlegte Bildflächen
Beispiel Auf dem Bild erscheint eine Geige gleichzeitig von vorn und von der Seite.
Steckbrief: impressionistische Malerei
Impressionistische Malerei ist eine Stilrichtung, die vor allem den momentanen Eindruck von Licht, Farbe und Atmosphäre festhält. Sichtbare Pinselstriche und wechselnde Farbtöne prägen viele ihrer Werke.
- Flüchtiger Seheindruck
- Licht und Farbe
- Sichtbare Pinselstriche
Beispiel Ein Gartenbild zeigt, wie Sonnenlicht auf Blätter und Wege fällt.
Auf einen Blick
| Merkmal | kubistische Malerei | impressionistische Malerei |
|---|---|---|
| Was ist es? | Eine Malweise, die Gegenstände in Formen zerlegt und neu ordnet. | Eine Malweise, die Licht und momentane Seheindrücke festhält. |
| Typisch | Geometrische Flächen und teils mehrere Ansichten. | Farbige Pinselstriche und wechselnde Lichtwirkungen. |
| Wofür / wann? | Um Form und Aufbau eines Motivs neu zu untersuchen. | Um Atmosphäre und Eindruck eines Augenblicks einzufangen. |
| Beispiel | Ein Stillleben mit zerlegten Flaschen und Instrumenten. | Ein Flussufer mit flimmerndem Licht auf dem Wasser. |
| Wirklichkeit | Formen werden vereinfacht und aus verschiedenen Ansichten zusammengesetzt. | Sichtbares wird als wechselnder Eindruck von Licht und Farbe aufgefasst. |
| Raum | Tiefe wirkt häufig abgeflacht oder in Flächen aufgeteilt. | Räumlichkeit entsteht durch Perspektive, Farbwerte und Licht. |
| Typische Motive | Stillleben, Instrumente, Porträts und Landschaften. | Landschaften, Stadtansichten, Gärten und Alltagsszenen. |
Im Detail
Zwei verschiedene Antworten auf die Wirklichkeit
Beide Stilrichtungen verändern die traditionelle Vorstellung, ein Gemälde müsse die Welt möglichst genau und geschlossen abbilden. Doch sie setzen an unterschiedlichen Fragen an: Kubistische Maler untersuchten, wie sich ein Gegenstand in Formen und Ansichten zerlegen lässt. Impressionistische Maler interessierten sich dafür, wie sich das Gesehene unter bestimmten Licht- und Wetterbedingungen verändert.
Der Impressionismus entwickelte sich in Frankreich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Kubismus entstand später, zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die beiden Begriffe bezeichnen also nicht zwei Varianten derselben Methode, sondern eigenständige Ansätze mit unterschiedlichen Zielen.
Wie der Kubismus Formen aufbaut
Im kubistischen Bild wird ein Motiv nicht unbedingt aus einem einzigen, festen Blickpunkt gezeigt. Eine Flasche kann etwa zugleich von vorn und von der Seite erscheinen. Künstler zerlegen ihre Motive in Flächen und setzen diese in einer neuen Ordnung wieder zusammen; dabei kann der Bildraum flach und facettiert wirken.
Früher Kubismus wird oft als analytisch bezeichnet: Gegenstände werden in kleine, ineinandergreifende Formen aufgelöst, und die Farbpalette ist häufig zurückhaltend. Im synthetischen Kubismus kommen stärker vereinfachte Formen und kräftigere Farben hinzu. Auch eingeklebte Papiere oder Schriftfragmente können Teil des Bildes sein.
Wie der Impressionismus Licht festhält
Impressionistische Maler wollten sichtbar machen, wie ein Motiv in einem bestimmten Augenblick erscheint. Sonnenlicht, Schatten, Dunst oder Spiegelungen auf dem Wasser verändern die wahrgenommenen Farben. Deshalb malten viele Künstler in kurzen, gut erkennbaren Pinselstrichen und arbeiteten häufig im Freien.
Die Gegenstände bleiben meist als Landschaft, Gebäude oder Person erkennbar, auch wenn die Malweise nicht auf glatte, detailgenaue Konturen zielt. Statt jede Einzelheit auszuarbeiten, entsteht der Eindruck aus dem Zusammenspiel der Farbflecken. Der Name der Richtung geht auf Claude Monets Gemälde „Impression, soleil levant“ und eine Ausstellung in Paris im Jahr 1874 zurück.
Woran Sie ein Bild unterscheiden können
Achten Sie zuerst darauf, was die Bildgestaltung betont. Werden erkennbare Formen aufgespalten und so angeordnet, dass verschiedene Ansichten zusammenkommen, spricht das für kubistische Gestaltung. Bleibt der Gegenstand in einer vertrauten Ansicht und bestimmen Lichtreflexe, Farbtupfer und Atmosphäre den Eindruck, weist das eher auf den Impressionismus hin.
Ein einzelnes Merkmal reicht allerdings nicht immer aus. Sichtbare Pinselstriche allein machen ein Bild nicht impressionistisch, und geometrische Formen allein belegen keinen Kubismus. Für eine Einordnung zählen das Gesamtbild, die Absicht der Darstellung und der Zusammenhang mit dem jeweiligen Künstler.
Woran erkennt man den Unterschied?
- Fragen Sie, ob das Bild mehrere Ansichten eines Gegenstands zusammenführt.
- Achten Sie darauf, ob Formen in Flächen zerlegt und neu angeordnet sind.
- Beobachten Sie, ob Licht und wechselnde Farben den ersten Eindruck bestimmen.
- Prüfen Sie, ob Pinselstriche sichtbar bleiben und die Stimmung mitgestalten.
Gemeinsamkeiten
- Beide Richtungen lösten sich von der akademischen Bildtradition.
- Beide veränderten die Art, wie Malerei Wirklichkeit darstellt.
- Beide beeinflussten die Entwicklung der modernen Kunst.
Häufiger Irrtum
Irrtum: Impressionistische Bilder sind einfach unfertig gemalt.
Richtig: Die sichtbaren Pinselstriche sind eine bewusste Gestaltung, die Licht und Atmosphäre vermitteln soll.
Irrtum: Kubistische Bilder zeigen Gegenstände grundsätzlich unkenntlich.
Richtig: Viele Motive bleiben erkennbar, auch wenn ihre Formen aufgespalten oder aus mehreren Ansichten zusammengesetzt sind.
Häufige Fragen
Wer gilt als Begründer des Kubismus?
Der Kubismus wird vor allem mit Pablo Picasso und Georges Braque verbunden. Beide entwickelten die Bildsprache in enger Auseinandersetzung miteinander.
Warum malten Impressionisten oft im Freien?
Draußen konnten sie Veränderungen von Licht und Wetter unmittelbar beobachten. So ließ sich der Eindruck einer konkreten Tageszeit oder Atmosphäre direkt auf die Leinwand übertragen.
Ist jedes Bild mit geometrischen Formen kubistisch?
Nein. Geometrische Formen kommen auch in anderen Stilrichtungen vor. Für Kubismus ist entscheidend, dass die Formen und Ansichten die Darstellung des Gegenstands grundlegend neu ordnen.





