Unterschied zwischen Privatbank und Geschäftsbank

Kurz gesagt
Eine Privatbank ist eine Bank in privatem Eigentum; eine Geschäftsbank ist eine Bank, die Bankgeschäfte wie Einlagen, Kredite und Zahlungsverkehr betreibt. Die Begriffe beschreiben also unterschiedliche Dinge: die Eigentumsform und die wirtschaftliche Funktion. Eine Privatbank kann zugleich eine Geschäftsbank sein.
Der HauptunterschiedEine Privatbank wird nach ihrem privaten Eigentum eingeordnet, eine Geschäftsbank nach den Bankgeschäften, die sie für Kunden anbietet; ein Institut kann beides sein.
Beide Begriffe beziehen sich auf Banken und können dasselbe Institut bezeichnen, unterscheiden sich aber darin, ob Eigentum oder Kundengeschäfte gemeint sind.
Steckbriefe
Steckbrief: Privatbank
Eine Privatbank ist eine Bank, die sich in privatem Eigentum befindet und nicht einer öffentlichen Hand oder einer Genossenschaft gehört. Der Begriff kann je nach Zusammenhang auch ein Institut bezeichnen, das sich besonders auf die Vermögensbetreuung wohlhabender Kunden konzentriert.
- privates Eigentum
- häufig gewinnorientiert
- teils Vermögensverwaltung
Beispiel „Die Privatbank verwaltet das Vermögen ihrer Kunden und vergibt auch Kredite.“
Steckbrief: Geschäftsbank
Eine Geschäftsbank ist ein Kreditinstitut, das Bankgeschäfte für private Haushalte, Unternehmen oder andere Kunden anbietet. Der Begriff bezeichnet die wirtschaftliche Funktion, nicht die Eigentumsform.
- Einlagen und Kredite
- Zahlungsverkehr für Kunden
- keine Zentralbank
Beispiel „Bei der Geschäftsbank überweist der Betrieb seine Rechnungen und beantragt einen Kredit.“
Auf einen Blick
| Merkmal | Privatbank | Geschäftsbank |
|---|---|---|
| Was ist es? | Bank in privatem Eigentum | Bank mit Kundengeschäft |
| Typisch | Private Trägerschaft; teils Vermögensverwaltung | Einlagen, Kredite und Zahlungsverkehr |
| Wofür / wann? | Einordnung nach Eigentum oder Ausrichtung | Einordnung nach wirtschaftlicher Funktion |
| Beispiel | Privates Institut verwaltet Kundenvermögen | Bank bietet Girokonto und Kredit |
| Einordnung | Eigentums- und teils Geschäftsmodell | Bankfunktion im Wirtschaftssystem |
| Trägerschaft | Private Personen oder Unternehmen | Privat, öffentlich oder genossenschaftlich |
| Kundschaft | Je nach Institut; oft vermögende Kunden | Haushalte, Unternehmen und Institutionen |
| Überschneidung | Kann Geschäftsbank sein | Kann privat getragen sein |
Im Detail
Zwei verschiedene Einordnungsfragen
Bei „Privatbank“ lautet die entscheidende Frage: Wem gehört das Institut beziehungsweise wer trägt es? Im deutschen Bankensystem wird damit meist eine Bank in privater Trägerschaft von öffentlich-rechtlichen Instituten und Genossenschaftsbanken abgegrenzt.
„Geschäftsbank“ beantwortet dagegen die Frage, welche Rolle die Bank erfüllt. Sie steht Kunden für typische Bankgeschäfte zur Verfügung; der Begriff grenzt sie insbesondere von der Zentralbank ab, die andere Aufgaben im Geld- und Finanzsystem hat.
Warum eine Bank beides sein kann
Die Kategorien schließen einander nicht aus. Eine privat getragene Bank kann Girokonten führen, Einlagen entgegennehmen, Kredite vergeben und Zahlungen abwickeln – sie ist dann sowohl Privatbank als auch Geschäftsbank.
Auch eine öffentlich oder genossenschaftlich getragene Bank kann diese Kundengeschäfte anbieten. Aus der Bezeichnung „Geschäftsbank“ lässt sich daher weder die Rechtsform noch die Geschäftsstrategie eines Instituts ableiten.
Was „Privatbank“ im Alltag bedeuten kann
Der Ausdruck wird nicht immer gleich verwendet. In einer wirtschaftlichen Einordnung meint er gewöhnlich eine Bank mit privater Trägerschaft; in Gesprächen über Geldanlagen kann damit auch eine Bank gemeint sein, die persönliche Vermögensberatung oder Vermögensverwaltung anbietet.
Das sogenannte Private Banking ist dabei eine Dienstleistung und nicht automatisch eine eigene Eigentumsform. Auch eine Bank, die nicht als Privatbank im engeren Sinn gilt, kann solche Angebote für vermögende Kunden haben.
Geschäftsbank ist keine Rechtsform
Für Vergleiche zwischen Instituten ist deshalb zusätzlich die konkrete Organisationsform relevant. Eine solche Bank kann beispielsweise als Aktiengesellschaft organisiert sein; auch andere Rechtsformen sind möglich.
Auch die Aufgaben sind nicht auf Geschäftskunden beschränkt. Viele Geschäftsbanken betreuen Privatpersonen ebenso wie Unternehmen und bieten ihnen unterschiedliche Kombinationen aus Konten, Zahlungsverkehr, Krediten und weiteren Finanzdienstleistungen an.
Woran erkennt man den Unterschied?
- Klären Sie, ob „Privatbank“ Eigentumsform oder Vermögensbetreuung meint.
- Prüfen Sie bei „Geschäftsbank“, welche Kundengeschäfte angeboten werden.
- Suchen Sie bei einer konkreten Bank nach ihrer Trägerschaft und ihren angebotenen Leistungen.
- Prüfen Sie Trägerschaft und Leistungsangebot unabhängig voneinander.
Gemeinsamkeiten
- Beide Begriffe beziehen sich auf Banken.
- Beide können dasselbe Institut beschreiben.
- Beide können mit Kredit- und Kontogeschäften verbunden sein.
Häufiger Irrtum
Irrtum: „Eine Privatbank ist das Gegenteil einer Geschäftsbank.“
Richtig: Die Begriffe beruhen auf verschiedenen Kriterien: Eigentümerschaft einerseits, Bankfunktion andererseits.
Irrtum: „Eine Geschäftsbank betreut nur Unternehmen.“
Richtig: Geschäftsbanken können auch Privatkunden betreuen, etwa mit Girokonten, Karten und Krediten.
Häufige Fragen
Ist jede Privatbank auch eine Geschäftsbank?
Nein, nicht zwangsläufig. Viele Privatbanken betreiben typische Geschäftsbankgeschäfte; prüfen Sie das konkrete Leistungsangebot.
Was ist der Unterschied zwischen Privatbank und Private Banking?
Private Banking ist ein Beratungs- und Vermögensverwaltungsangebot; es kann auch bei Banken stattfinden, die nicht als Privatbank gelten.
Ist eine Sparkasse eine Geschäftsbank?
Ja. Sparkassen bieten typische Bankgeschäfte für Kunden an; ihre öffentlich-rechtliche Trägerschaft unterscheidet sie von privat getragenen Instituten.





