Unterschied zwischen Arduino und Raspberry Pi

Kurz gesagt
Ein Arduino ist meist ein Mikrocontroller-Board, das ein gespeichertes Programm direkt ausführt und elektronische Bauteile steuert. Ein Raspberry Pi ist hier ein Einplatinencomputer, der ein Betriebssystem wie Linux starten und mehrere Programme ausführen kann.
Der HauptunterschiedArduino-Boards führen meist ein gespeichertes Steuerprogramm ohne allgemeines Betriebssystem aus; ein Raspberry Pi ist ein Einplatinencomputer, der ein Betriebssystem wie Linux startet.
Arduino und Raspberry Pi eignen sich beide für programmierbare Elektronikprojekte und können externe Bauteile ansteuern, doch Arduino-Boards führen meist Steuerprogramme direkt aus, während ein Raspberry Pi ein Betriebssystem startet.
Steckbriefe
Steckbrief: Arduino
Arduino umfasst verschiedene Platinen. Viele sind Mikrocontroller-Boards und führen ein geladenes Steuerprogramm ohne allgemeines Betriebssystem aus; einige Arduino-Boards können dagegen auch Linux ausführen.
- Mikrocontroller auf vielen Boards
- Programm läuft direkt
- GPIO für Elektronik
Beispiel Ein Arduino liest einen Knopf aus und schaltet damit eine LED.
Steckbrief: Raspberry Pi
Ein Raspberry Pi ist in diesem Vergleich ein kleiner Einplatinencomputer, etwa ein Raspberry Pi 4 oder 5. Er kann ein Betriebssystem starten und Anwendungen ausführen.
- Betriebssystem möglich
- Mehrere Anwendungen
- GPIO für Elektronik
Beispiel Ein Raspberry Pi zeigt die Messwerte eines Sensors auf einer Webseite an.
Auf einen Blick
| Merkmal | Arduino | Raspberry Pi |
|---|---|---|
| Was ist es? | Mikrocontroller-Plattform mit programmierbaren Platinen | Einplatinencomputer mit Prozessor und Betriebssystem |
| Typisch | Führt ein gespeichertes Programm direkt aus | Startet Linux und verwaltet mehrere Prozesse |
| Wofür / wann? | Für direkte Steuerung und einfache Messaufgaben | Für Computeranwendungen und anspruchsvollere Projekte |
| Beispiel | Steuert einen Motor nach Sensormessung | Betreibt einen kleinen Medienserver |
| Start | Nach der Initialisierung und einer möglichen kurzen Bootloaderphase startet das gespeicherte Programm. | Zunächst startet das Betriebssystem. |
| Anschlüsse | Viele Boards bieten analoge Eingänge; Ausstattung variiert. | GPIO-Pins, USB und je nach Modell weitere Computeranschlüsse. |
| Stromversorgung | Typische Mikrocontroller-Boards haben eine geringe Leistungsaufnahme. | Ein klassischer Raspberry-Pi-Computer benötigt im Betrieb meist mehr Leistung; der genaue Verbrauch hängt von Modell und Peripherie ab. |
| Bedienung | Programmierung häufig über Arduino IDE und USB. | Bedienung über Bildschirm, Netzwerk oder Kommandozeile. |
Im Detail
Zwei unterschiedliche Gerätetypen
Arduino ist keine einzelne Platine, sondern eine Plattform mit vielen Boards und einer passenden Entwicklungsumgebung. Viele verbreitete Arduino-Modelle enthalten einen Mikrocontroller: einen kleinen Rechner, der ein festgelegtes Programm ausführt.
Ein Raspberry Pi der üblichen Computerreihen ist dagegen ein vollständiger Einplatinencomputer. Prozessor, Arbeitsspeicher und Anschlüsse sitzen auf einer Platine; ein Betriebssystem wie Raspberry Pi OS kann Programme und Dateien verwalten.
Was das für die Steuerung bedeutet
Ein Arduino eignet sich gut für Aufgaben, bei denen Eingänge gelesen und Ausgänge gezielt geschaltet werden: etwa Temperatur messen, einen Servo bewegen oder eine Leuchte nach einem Zeitplan steuern. Nach dem Einschalten beginnt das gespeicherte Programm normalerweise ohne den Start eines allgemeinen Betriebssystems.
Auf einem Raspberry Pi können neben der Hardwaresteuerung auch Webserver, Datenbanken, grafische Oberflächen oder Skripte laufen. Das macht ihn vielseitig, bringt aber den zusätzlichen Aufwand eines Betriebssystems mit sich, etwa Startzeit, Softwareverwaltung und mögliche Hintergrundprozesse.
Anschlüsse und elektrische Grenzen
Beide Plattformen können über GPIO-Pins mit Sensoren und anderen Schaltungen verbunden werden. GPIO bedeutet „General Purpose Input/Output“: Die Pins lassen sich je nach Programm als Ein- oder Ausgänge verwenden. Welche Funktionen verfügbar sind, hängt vom konkreten Modell ab.
Die elektrische Verträglichkeit darf nicht allein aus dem Namen der Plattform abgeleitet werden. Viele Raspberry-Pi-Modelle verwenden 3,3-Volt-GPIOs, die nicht einfach mit 5-Volt-Signalen beschaltet werden dürfen. Auch Arduino-Platinen unterscheiden sich bei Logikpegeln und Anschlüssen; prüfen Sie daher vor dem Verbinden die technischen Angaben beider Geräte.
Eine wichtige Ausnahme beim Namen Raspberry Pi
Raspberry Pi bezeichnet nicht ausschließlich Einplatinencomputer mit Linux. Der Raspberry Pi Pico ist beispielsweise ein Mikrocontroller-Board und verhält sich in vielen Projekten eher wie ein Arduino als wie ein Raspberry Pi der Computerreihen.
Wenn eine Anleitung „Raspberry Pi“ sagt, ist deshalb wichtig, welches Modell gemeint ist. Der Vergleich hier bezieht sich auf Arduino-Mikrocontroller-Boards und klassische Raspberry-Pi-Einplatinencomputer, nicht auf den Pico.
Wann nimmt man was?
- Wählen Sie Arduino, wenn Sensoren und Aktoren direkt und mit überschaubarem Programm gesteuert werden sollen.
- Nehmen Sie einen Raspberry Pi, wenn das Projekt Linux, Netzwerkdienste, eine Benutzeroberfläche oder mehrere Anwendungen benötigt.
- Prüfen Sie die GPIO-Spannungen und Pinbelegung des konkreten Modells, bevor Sie Bauteile anschließen.
- Für getrennte Aufgaben lassen sich beide kombinieren: Der Mikrocontroller steuert die Hardware, der Pi verarbeitet oder speichert Daten.
Gemeinsamkeiten
- Beide sind programmierbar und für Lern- sowie Bastelprojekte geeignet.
- Beide können Messwerte erfassen und externe Elektronik ansteuern.
- Beide lassen sich über digitale Schnittstellen mit anderen Geräten verbinden.
Häufiger Irrtum
Irrtum: „Raspberry Pi ist einfach ein leistungsstärkerer Arduino.“
Richtig: Die üblichen Raspberry-Pi-Computer und Arduino-Mikrocontroller unterscheiden sich grundlegend: Der Pi führt typischerweise ein Betriebssystem aus, der Arduino ein direkt gestartetes Steuerprogramm.
Häufige Fragen
Kann ein Raspberry Pi einen Arduino ersetzen?
Für manche Steuerungsprojekte ja, sofern Anschlüsse und Programmierung passen. Bei zeitkritischer oder besonders einfacher Hardwaresteuerung kann ein Mikrocontroller praktischer sein.
Kann man Arduino und Raspberry Pi zusammen verwenden?
Ja. Sie können etwa Messwerte vom Arduino an einen Raspberry Pi senden, der sie speichert oder über ein Netzwerk bereitstellt. Die verwendete Verbindung und die elektrischen Pegel müssen kompatibel sein.
Ist ein Raspberry Pi Pico dasselbe wie ein Arduino?
Nein, aber beide sind Mikrocontroller-Boards und damit ähnlicher als ein Arduino und ein Raspberry-Pi-Computer. Der Pico stammt aus der Raspberry-Pi-Produktfamilie, ist jedoch kein typischer Linux-Einplatinencomputer.





