Unterschied zwischen Google Maps und OpenStreetMap

Kurz gesagt
Google Maps ist ein kommerzieller Kartendienst von Google mit Karten, Suche und Funktionen wie Navigation und Verkehrsinformationen. OpenStreetMap (OSM) ist vor allem ein gemeinschaftlich erstellter, offen nutzbarer Kartendatenbestand; verschiedene Anwendungen können daraus eigene Karten und Dienste machen.
Der HauptunterschiedGoogle Maps ist ein kommerzieller Kartendienst mit integrierter Suche und Navigation; OpenStreetMap ist ein offener, gemeinschaftlich gepflegter Datenbestand, den verschiedene Anwendungen nutzen.
Beide zeigen geografische Informationen und können bei der Orientierung helfen, unterscheiden sich aber darin, ob sie ein fertiger Dienst oder ein offener Datenbestand sind.
Steckbriefe
Steckbrief: Google Maps
Google Maps ist ein Kartendienst von Google, der Kartenmaterial mit Such-, Routen- und weiteren Ortsinformationen verbindet. Je nach Region und Situation bietet er unter anderem Navigation, Verkehrsdaten und Bilderansichten.
- Kommerzieller Onlinedienst
- Suche und Navigation
- Eigene Nutzungsbedingungen
Beispiel Ich suche in Google Maps nach einem Café und lasse mir den Fußweg anzeigen.
Steckbrief: OpenStreetMap
OpenStreetMap ist ein gemeinschaftlich aufgebautes Projekt, dessen Daten geografische Objekte wie Straßen, Wege und Gebäude beschreiben. Die Daten stehen unter einer offenen Lizenz und können unter deren Bedingungen von anderen genutzt werden.
- Offene Geodatenbank
- Gemeinschaftliche Bearbeitung
- Nutzung unter Lizenzbedingungen
Beispiel Ein Wanderverein nutzt OpenStreetMap-Daten für eine selbst gestaltete Wegekarte.
Auf einen Blick
| Merkmal | Google Maps | OpenStreetMap |
|---|---|---|
| Was ist es? | Fertiger Kartendienst von Google | Offene, gemeinschaftlich gepflegte Geodaten |
| Typisch | Karte mit Suche und Zusatzfunktionen | Daten, die unterschiedliche Anwendungen darstellen |
| Wofür / wann? | Orte suchen, Routen planen, navigieren | Karten erstellen und geografische Daten weiterverwenden |
| Beispiel | Wegbeschreibung in einer Smartphone-App | Fahrradkarte auf einer unabhängigen Webseite |
| Kontrolle | Google betreibt und gestaltet den Dienst. | Viele Mitwirkende bearbeiten die Daten. |
| Nutzung | Nach Googles Bedingungen und technischen Vorgaben. | Unter anderem mit Namensnennung und Lizenzauflagen. |
| Anpassbarkeit | Darstellung und Funktionen sind weitgehend vorgegeben. | Daten lassen sich in viele eigene Karten einbinden. |
| Zusatzinfos | Enthält je nach Ort etwa Verkehr und Geschäftsprofile. | Umfang und Darstellung hängen von Daten und genutztem Dienst ab. |
Im Detail
Dienst und Datenbestand sind nicht dasselbe
Google Maps bündelt verschiedene Bestandteile in einem Angebot: eine Kartenansicht, eine Orts- und Geschäftssuche sowie Funktionen für Routen und Navigation. Was angezeigt wird, stammt aus unterschiedlichen Quellen und wird von Google in einem eigenen Dienst zusammengeführt.
OpenStreetMap bezeichnet zunächst die Daten selbst und das Projekt, in dem sie gesammelt und gepflegt werden. Die Website openstreetmap.org zeigt diese Daten als Karte an; andere Anbieter können sie ebenfalls verwenden und eine eigene Oberfläche oder Navigation darum bauen. Deshalb ist OSM nicht automatisch mit einer einzelnen Navigations-App gleichzusetzen.
Wer pflegt die Karten?
Bei OpenStreetMap können Mitwirkende geografische Informationen eintragen oder korrigieren. Dazu gehören etwa Straßen, Fußwege, Gebäude und bestimmte Einrichtungen. Beiträge können von anderen Mitwirkenden geprüft und verbessert werden; Genauigkeit und Aktualität können je nach Gegend und Objekt unterschiedlich sein.
Google erstellt seinen Kartendienst aus eigenen und zugekauften Daten sowie weiteren Quellen und Beiträgen. Auch Nutzer können Informationen beisteuern oder Änderungen vorschlagen. Die Bearbeitung und Veröffentlichung erfolgen jedoch innerhalb von Googles System und nicht als frei bearbeitbare gemeinsame Datenbank.
Offene Lizenz und Nutzungsbedingungen
OSM-Daten stehen unter der Open Database License (ODbL). Sie können grundsätzlich weiterverwendet und bearbeitet werden, sofern die Lizenzbedingungen eingehalten werden. Dazu gehört insbesondere die angemessene Nennung der Quelle; für bestimmte weitergegebene Datenbanken gelten zusätzliche Bedingungen. Wer die Daten in einem größeren Projekt einsetzen will, sollte die Lizenz genau prüfen.
Google Maps wird nach den Nutzungsbedingungen und technischen Vorgaben von Google verwendet. Das ist für die normale Suche oder Navigation bequem, setzt der Übernahme und Weiterverwendung von Karteninhalten aber andere Grenzen als eine offene Datenlizenz. „Kostenlos aufrufbar“ bedeutet dabei nicht automatisch, dass Inhalte beliebig kopiert oder weiterveröffentlicht werden dürfen.
Funktionen und Abdeckung im Alltag
Für eine schnelle Suche nach einem Geschäft oder eine Navigation mit aktuellen Verkehrsinformationen ist Google Maps oft als fertiger Dienst praktisch. Welche Funktionen verfügbar sind, hängt unter anderem von Land, Gerät und konkretem Ort ab. Auch Angaben zu Öffnungszeiten oder Angeboten können sich ändern und sollten bei wichtigen Entscheidungen überprüft werden.
OSM eignet sich besonders, wenn offene Kartendaten benötigt werden oder eine Karte gezielt angepasst werden soll. Spezialisierte Anwendungen können daraus beispielsweise Rad-, Wander- oder Stadtteilkarten erstellen. Ob eine solche App auch Offlinekarten, Routenplanung oder Verkehrsinformationen anbietet, entscheidet die jeweilige Anwendung – nicht allein die OSM-Datenbank.
Wann nimmt man was?
- Wählen Sie Google Maps, wenn Sie ohne zusätzliche Einrichtung einen umfangreichen Such- und Navigationsdienst nutzen möchten.
- Prüfen Sie bei wichtigen Fahrten die angezeigte Route und Verkehrslage; Kartenangaben können veraltet oder unvollständig sein.
- Wählen Sie eine OSM-basierte Anwendung, wenn Sie eine spezialisierte Karte oder eine bestimmte Offlinefunktion suchen.
- Wenn Sie OSM-Daten in einem eigenen Projekt verwenden, prüfen Sie die ODbL-Bedingungen und nennen Sie die Quelle korrekt.
- Vergleichen Sie bei abgelegenen Wegen die Karte mit örtlichen Hinweisen: Eine eingezeichnete Route ist keine Garantie für Zugänglichkeit.
Gemeinsamkeiten
- Beide stellen geografische Orte und Wege auf Karten dar.
- Beide können bei der Routenplanung und Orientierung helfen.
- Bei beiden können Informationen je nach Gebiet fehlen oder veraltet sein.
- Beide sind über digitale Geräte und Webseiten nutzbar.
Häufiger Irrtum
Irrtum: „OpenStreetMap ist einfach die kostenlose Version von Google Maps.“
Richtig: OSM ist in erster Linie ein offener Datenbestand; Navigation und Zusatzfunktionen hängen von der jeweiligen OSM-Anwendung ab.
Irrtum: „Alles, was auf OpenStreetMap steht, darf ohne Bedingungen kopiert werden.“
Richtig: Die Daten sind offen lizenziert, aber die Bedingungen der ODbL, einschließlich der Quellenangabe, müssen beachtet werden.
Häufige Fragen
Kann ich OpenStreetMap für mein eigenes Projekt verwenden?
Grundsätzlich können Sie die Daten unter den Bedingungen der ODbL verwenden. Je nach Art der Nutzung gelten unterschiedliche Anforderungen, daher sollten Sie die Lizenzhinweise für Ihr konkretes Vorhaben prüfen.
Ist OpenStreetMap genauer als Google Maps?
Das lässt sich nicht pauschal sagen: Die Genauigkeit hängt von Ort, Objekt und Aktualität der Daten ab. In einer Gegend kann OSM besonders viele Details enthalten, während anderswo ein anderer Kartendienst besser gepflegt ist.
Funktioniert Navigation mit OpenStreetMap?
Ja, verschiedene Apps und Webseiten berechnen Routen auf Grundlage von OSM-Daten. OpenStreetMap selbst ist jedoch nicht eine einzige Navigations-App; Ausstattung und Routenqualität hängen vom jeweiligen Dienst ab.





