Unterschied zwischen Komposthaufen und Bokashi

Kurz gesagt
Ein Komposthaufen zersetzt Bioabfälle mithilfe von Sauerstoff und liefert nach einer Reifezeit Kompost. Bokashi vergärt Küchenreste in einem möglichst luftdichten Behälter; das Ergebnis muss anschließend noch in Erde oder Kompost weiterreifen.
Der HauptunterschiedEin Komposthaufen zersetzt Bioabfälle aerob, während Bokashi Küchenreste in einem möglichst luftdichten Behälter fermentiert und anschließend weiterreifen muss.
Beide Verfahren verwerten organische Küchenabfälle, unterscheiden sich aber darin, wie sie diese behandeln und was am Ende entsteht.
Steckbriefe
Steckbrief: Komposthaufen
Ein Komposthaufen ist eine Sammlung organischer Abfälle, die durch biologische Zersetzung zu Kompost wird. Dabei ist Sauerstoff verfügbar.
- Zersetzung mit Sauerstoff
- Luftdurchlässiges Material
- Reifung über Monate
Beispiel Sie geben Rasenschnitt und Gemüseabfälle auf den Komposthaufen.
Steckbrief: Bokashi
Bokashi ist ein Verfahren, bei dem organische Küchenreste in einem geschlossenen Behälter mithilfe von Mikroorganismen fermentieren. Das Ergebnis ist zunächst kein fertiger Kompost.
- Fermentation unter weitgehendem Luftabschluss
- Geschlossener Behälter
- Nachbehandlung erforderlich
Beispiel Sie drücken Küchenreste in den Bokashi-Eimer und verschließen den Deckel.
Auf einen Blick
| Merkmal | Komposthaufen | Bokashi |
|---|---|---|
| Was ist es? | Ein Ort für die aerobe Zersetzung organischer Abfälle. | Ein Verfahren zur luftarmen Fermentation von Küchenresten. |
| Typisch | Schichten aus Garten- und Küchenabfällen, Luft und Feuchtigkeit. | Eimer mit dichtem Deckel und Mikroorganismen, häufig auf Kleie. |
| Wofür / wann? | Für Gartenabfälle und geeignete Küchenreste. | Für Küchenreste auf kleinem Raum, auch in der Wohnung. |
| Beispiel | Gemüseabfälle werden zu krümeligem, reifem Kompost. | Fermentierte Reste werden anschließend in Erde eingearbeitet. |
| Sauerstoff | Wird für den Abbau benötigt. | Wird durch den geschlossenen Behälter weitgehend ausgeschlossen. |
| Zwischenprodukt | Der Haufen enthält Abfälle in verschiedenen Reifestadien. | Es entsteht fermentiertes Material, das noch weiterreifen muss. |
| Geeignete Abfälle | Gartenabfälle und pflanzliche Küchenreste; Fleisch zieht Schädlinge an. | Auch gekochte Reste sind je nach System möglich; Knochen verrotten kaum. |
| Platz | Benötigt einen geeigneten Platz im Freien. | Ein kleiner Eimer kann in der Küche stehen. |
Im Detail
Zwei unterschiedliche biologische Prozesse
Im Komposthaufen arbeiten überwiegend Mikroorganismen, die Sauerstoff benötigen. Sie bauen organisches Material schrittweise ab. Ein lockerer Aufbau und passende Feuchtigkeit unterstützen diesen Vorgang.
Bokashi nutzt dagegen eine Fermentation in einem möglichst luftdichten Behälter. Spezielle Mikroorganismen säuern die Küchenreste an und verändern sie, statt sie im Eimer vollständig zu Kompost abzubauen. Deshalb sollte möglichst wenig Luft eindringen.
Was am Ende herauskommt
Aus einem gut gepflegten Komposthaufen entsteht nach der Reifezeit dunkles, krümeliges Material. Es kann im Garten als Bodenverbesserer verwendet werden. Wie lange die Reifung dauert, hängt unter anderem von Material, Pflege und Bedingungen ab.
Bokashi liefert fermentierte Küchenreste und Flüssigkeit, nicht fertige Gartenerde. Die Reste sind sauer und müssen in Erde eingearbeitet oder mit einem Komposthaufen weiterbehandelt werden. Erst nach dieser Nachreife sind sie als kompostiertes Material nutzbar.
Abfälle und Handhabung
Ein Komposthaufen eignet sich besonders, wenn Gartenabfälle anfallen und genügend Platz vorhanden ist. Küchenreste sollten passend zum System gewählt werden: Fleisch, Fisch und Milchprodukte können in einem offenen Haufen Tiere anlocken oder unangenehm riechen. Große Stücke zersetzen sich langsamer und lassen sich vorher zerkleinern.
Ein Bokashi-Eimer ist praktisch, wenn Küchenreste in der Wohnung gesammelt werden sollen. Viele Systeme vertragen auch gekochte Speisen oder kleine Mengen tierischer Lebensmittel; beachten Sie dafür die Anleitung des jeweiligen Systems. Knochen werden durch die Fermentation nicht einfach aufgelöst.
Flüssigkeit, Geruch und Pflege
Beim Kompost ist eine gute Durchlüftung wichtig. Wird das Material zu nass oder zu dicht, kann es faulig riechen; trockenes, strukturreiches Material und gelegentliches Umsetzen können dann helfen. Ein funktionierender Haufen riecht eher erdig als faul.
Im Bokashi-Eimer wird entstehende Flüssigkeit regelmäßig abgelassen, damit die Reste nicht darin stehen. Sie kann stark konzentriert sein und sollte nicht unverdünnt an Pflanzen gelangen; maßgeblich sind die Hinweise des Systems. Beim Öffnen kann ein säuerlicher Geruch auftreten.
Wann nimmt man was?
- Wählen Sie einen Komposthaufen, wenn Sie einen Gartenplatz und regelmäßig Gartenabfälle haben.
- Wählen Sie Bokashi, wenn Sie Küchenreste auf kleinem Raum sammeln möchten.
- Planen Sie bei Bokashi einen Platz ein, an dem Sie die fermentierten Reste später in Erde einarbeiten können.
- Prüfen Sie bei beiden Verfahren, welche Abfälle Ihr System verträgt, und zerkleinern Sie große Stücke.
Gemeinsamkeiten
- Beide verwerten organische Abfälle mithilfe von Mikroorganismen.
- Feuchtigkeit und passende Abfälle beeinflussen den Verlauf.
- Beide können Küchenreste wieder für den Garten nutzbar machen.
Häufiger Irrtum
Irrtum: Bokashi ist fertiger Kompost.
Richtig: Bokashi ist fermentiertes Material und braucht eine Nachbehandlung, bevor es als reifer Kompost gilt.
Häufige Fragen
Kann Bokashi direkt auf ein Beet?
Fermentierte Bokashi-Reste sollten in Erde eingearbeitet und nicht einfach offen auf das Beet gelegt werden. Geben Sie ihnen dort Zeit zum Weiterreifen, bevor Sie an derselben Stelle empfindliche Pflanzen setzen.
Darf gekochtes Essen auf den Komposthaufen?
In offenen Gartenkomposten sind gekochte Speisen häufig ungünstig, weil sie Tiere anziehen und Gerüche verursachen können. Welche Abfälle zulässig sind, hängt auch von der Art des Komposters ab.
Was ist besser für eine Wohnung ohne Garten?
Ein Bokashi-Eimer lässt sich in der Wohnung nutzen, wenn Sie die Reste später an einem geeigneten Ort in Erde einarbeiten oder weiterkompostieren können. Ohne diese Nachbehandlung ist das Verfahren keine vollständige Lösung für die Verwertung.





