Unterschied zwischen Migräne und Spannungskopfschmerz

Kurz gesagt
Migräne ist eine neurologische Kopfschmerzerkrankung, die häufig starke, pulsierende Schmerzen und Begleitbeschwerden wie Übelkeit oder Lichtempfindlichkeit verursacht. Spannungskopfschmerz fühlt sich typischerweise dumpf-drückend an, ist eher leicht bis mittelstark und geht meist ohne Übelkeit einher.
Der HauptunterschiedMigräne verursacht häufig starke, pulsierende Schmerzen mit Begleitbeschwerden wie Übelkeit oder Lichtempfindlichkeit; Spannungskopfschmerz ist meist dumpf-drückend und geht gewöhnlich ohne Übelkeit einher.
Beide sind eigenständige Formen primärer Kopfschmerzen, unterscheiden sich aber in typischen Schmerzen und Begleiterscheinungen.
Steckbriefe
Steckbrief: Migräne
Migräne ist eine neurologische Erkrankung mit wiederkehrenden Kopfschmerzattacken. Neben dem Schmerz können weitere Beschwerden auftreten.
- pulsierend oder pochend
- häufig einseitig
- Übelkeit möglich
Beispiel „Bei meiner Migräne muss ich mich hinlegen, weil Licht und Bewegung den Schmerz verschlimmern.“
Steckbrief: Spannungskopfschmerz
Spannungskopfschmerz ist eine häufige Kopfschmerzform mit meist dumpfem, drückendem Schmerz. Er kann gelegentlich oder an vielen Tagen auftreten.
- meist beidseitig
- drückender Schmerz
- keine Übelkeit typisch
Beispiel „Nach einem langen Arbeitstag fühlt sich mein Kopf an, als läge ein enger Ring darum.“
Auf einen Blick
| Merkmal | Migräne | Spannungskopfschmerz |
|---|---|---|
| Was ist es? | Neurologische Erkrankung mit wiederkehrenden Kopfschmerzattacken | Primäre Kopfschmerzform mit dumpf-drückendem Schmerz |
| Typisch | Bewegung kann Schmerzen verstärken; bei manchen treten Aurasymptome auf | Alltagsbewegung verstärkt Schmerzen meist nicht; eine Aura ist untypisch |
| Wofür / wann? | Bezeichnet eine eigenständige Kopfschmerzerkrankung | Bezeichnet eine andere eigenständige Kopfschmerzform |
| Beispiel | Bewegung verstärkt eine Attacke, Ruhe wird nötig | Ein Druckgefühl bleibt bei Alltagsbewegungen oft ähnlich |
| Schmerzcharakter | Häufig pulsierend oder pochend | Meist drückend oder ziehend |
| Begleiterscheinungen | Übelkeit sowie Licht- oder Lärmempfindlichkeit möglich | Übelkeit und Erbrechen sind untypisch |
| Körperliche Aktivität | Alltagsbewegung kann den Schmerz verstärken | Gewöhnliche Bewegung verstärkt ihn meist nicht |
| Aura | Bei manchen Attacken treten vorübergehende Aurasymptome auf | Eine Aura gehört nicht zum typischen Beschwerdebild |
Im Detail
Wie sich der Schmerz anfühlt
Bei einer Migräneattacke ist der Schmerz häufig pulsierend und mittelstark bis stark. Er sitzt oft auf einer Kopfseite, kann aber auch beide Seiten betreffen. Gewöhnliche körperliche Aktivität, etwa Treppensteigen, kann die Beschwerden verstärken.
Spannungskopfschmerz wird eher als Druck, Enge oder Ziehen beschrieben. Betroffene sprechen manchmal von einem Band oder Ring um den Kopf. Der Schmerz ist typischerweise leicht bis mittelstark und verändert sich bei normaler Bewegung nicht wesentlich.
Begleitbeschwerden und Aura
Bei Migräne können Übelkeit und Erbrechen hinzukommen; häufig stören Licht oder Geräusche besonders. Die Beschwerden und ihre Stärke unterscheiden sich von Person zu Person und auch von Attacke zu Attacke. Eine Migräne muss deshalb nicht jedes Mal genau gleich verlaufen.
Eine Aura tritt nur bei einem Teil der Menschen mit Migräne auf. Sie kann sich beispielsweise durch vorübergehende Sehstörungen, Kribbeln oder Schwierigkeiten beim Sprechen bemerkbar machen und entwickelt sich meist allmählich. Neue oder plötzlich einsetzende neurologische Beschwerden sollten medizinisch abgeklärt werden, weil auch andere Ursachen infrage kommen.
Dauer und Verlauf
Migräne verläuft in Attacken, die Stunden bis mehrere Tage anhalten können. Manche Menschen bemerken Vorzeichen wie Müdigkeit oder veränderte Stimmung; solche Veränderungen sind jedoch nicht zwingend. Zwischen den Attacken können die Beschwerden deutlich nachlassen oder ganz fehlen.
Spannungskopfschmerz kann von einer halben Stunde bis zu mehreren Tagen andauern. Fachlich wird unter anderem zwischen episodischen und chronischen Verläufen unterschieden. „Chronisch“ beschreibt dabei die Häufigkeit über längere Zeit, nicht automatisch besonders starke Schmerzen.
Ursachen und Einordnung
Beide Begriffe bezeichnen primäre Kopfschmerzen: Der Kopfschmerz ist dabei selbst die Erkrankung und nicht bloß ein Symptom einer anderen festgestellten Krankheit. Migräne gilt als neurologische Erkrankung; eine einzelne Ursache erklärt sie nicht. Veranlagung und verschiedene Auslöser können eine Rolle spielen.
Der Name Spannungskopfschmerz kann den Eindruck erwecken, die Beschwerden entstünden stets durch verspannte Muskeln. Das ist zu einfach: Muskelanspannung kann mitwirken, erklärt die Erkrankung aber nicht allein. Stress, Schlafmangel oder eine ungünstige Belastung können Beschwerden begünstigen, sind jedoch nicht bei allen Betroffenen der Auslöser.
Woran erkennt man den Unterschied?
- Notieren Sie bei wiederkehrenden Beschwerden Beginn, Dauer, Schmerzstärke und Begleitsymptome.
- Achten Sie darauf, ob Bewegung den Schmerz verstärkt oder ob Übelkeit und Lichtempfindlichkeit dazukommen.
- Lassen Sie häufige, zunehmende oder den Alltag stark beeinträchtigende Kopfschmerzen ärztlich beurteilen.
- Suchen Sie bei plötzlich extrem starkem Schmerz oder neuen neurologischen Ausfällen umgehend medizinische Hilfe.
Gemeinsamkeiten
- Beide sind primäre Kopfschmerzformen.
- Beide können wiederkehren und den Alltag beeinträchtigen.
- Stress und Schlafmangel können Beschwerden begünstigen.
Häufiger Irrtum
Irrtum: „Migräne ist einfach ein besonders starker Kopfschmerz.“
Richtig: Migräne ist eine eigenständige neurologische Erkrankung; typisch sind auch Attackenverlauf und mögliche Begleitbeschwerden.
Irrtum: „Spannungskopfschmerz kommt immer von verspannten Muskeln.“
Richtig: Muskelanspannung kann beteiligt sein, ist aber keine vollständige Erklärung für diese Kopfschmerzform.
Häufige Fragen
Kann Migräne auch ohne Aura auftreten?
Ja. Eine Aura betrifft nur einen Teil der Migränebetroffenen; viele Attacken treten ohne sie auf. Sehstörungen oder andere Aurasymptome sind daher keine Voraussetzung für Migräne.
Kann man Migräne und Spannungskopfschmerz sicher selbst unterscheiden?
Typische Merkmale helfen bei der Orientierung, reichen aber nicht immer für eine sichere Einordnung. Bei wiederkehrenden oder veränderten Beschwerden kann eine Ärztin oder ein Arzt die Diagnose prüfen.
Wann sollte ich wegen Kopfschmerzen ärztliche Hilfe suchen?
Lassen Sie neue, häufige oder zunehmend belastende Kopfschmerzen abklären. Bei plötzlich einsetzendem sehr starkem Schmerz, Lähmungen, Sprachproblemen, Bewusstseinsstörungen oder Fieber mit Nackensteife ist sofortige medizinische Hilfe wichtig.





