Unterschied zwischen Synapse und Dendrit

Kurz gesagt
Eine Synapse ist eine Kontakt- und Übertragungsstelle, an der eine Nervenzelle Signale an eine andere Zelle weitergibt. Ein Dendrit ist dagegen ein meist verzweigter Fortsatz einer Nervenzelle, der häufig Signale aufnimmt. Eine Synapse kann auf einem Dendriten liegen, die Begriffe bezeichnen also unterschiedliche, miteinander verbundene Strukturen.
Der HauptunterschiedEine Synapse ist die Kontaktstelle, an der Signale zwischen Zellen übertragen werden; ein Dendrit ist ein Fortsatz einer Nervenzelle, der häufig Signale aufnimmt.
Beide gehören zur Kommunikation im Nervensystem und kommen oft gemeinsam vor, sind aber verschiedene Strukturen mit unterschiedlichen Aufgaben.
Steckbriefe
Steckbrief: Synapse
Eine Synapse ist eine spezialisierte Stelle, an der eine Nervenzelle ein Signal an eine andere Zelle überträgt. Die empfangende Zelle kann eine Nervenzelle, eine Muskelzelle oder eine Drüsenzelle sein.
- Überträgt Signale
- Chemisch oder elektrisch
- Verbindet Zellen funktionell
Beispiel An einer Synapse gibt eine Nervenzelle ein Signal an eine Muskelzelle weiter.
Steckbrief: Dendrit
Ein Dendrit ist ein Fortsatz einer Nervenzelle, der sich häufig verzweigt. Er nimmt oft Signale anderer Zellen auf und leitet sie in Richtung Zellkörper weiter.
- Fortsatz einer Nervenzelle
- Häufig stark verzweigt
- Nimmt oft Signale auf
Beispiel Die Dendriten einer Nervenzelle nehmen Signale von benachbarten Nervenzellen auf.
Auf einen Blick
| Merkmal | Synapse | Dendrit |
|---|---|---|
| Was ist es? | Stelle der Signalübertragung zwischen Zellen | Verzweigter Fortsatz einer Nervenzelle |
| Typisch | Bei chemischen Synapsen: präsynaptischer Teil, synaptischer Spalt und postsynaptischer Teil | Verzweigungen, oft mit empfänglichen Kontaktstellen |
| Wofür / wann? | Zur Weitergabe eines Signals an eine Zielzelle | Häufig zur Aufnahme und Weiterleitung von Signalen |
| Beispiel | Signalübertragung von einer Nervenzelle auf einen Muskel | Dendrit nimmt Signale benachbarter Nervenzellen auf |
| Strukturebene | Kontaktstelle zwischen Zellen | Teil einer einzelnen Nervenzelle |
| Signalrichtung | Bei chemischen Synapsen meist vom prä- zum postsynaptischen Teil; elektrische Synapsen können bidirektional leiten | Häufig zum Zellkörper hin |
| Vorkommen | Auch zwischen Nerv und Muskel | Nur an Nervenzellen |
| Varianten | Chemische und elektrische Synapsen | Dendriten mit oder ohne Dornen |
Im Detail
Wie eine Synapse ein Signal überträgt
Bei einer chemischen Synapse setzt der sendende Zellteil Botenstoffe frei, sogenannte Neurotransmitter. Diese gelangen durch den schmalen synaptischen Spalt und binden an passende Rezeptoren auf der Empfängerseite. Dadurch verändert sich die elektrische Aktivität der Zielzelle.
Eine Synapse ist also keine einzelne Blase oder ein bloßer Zwischenraum, sondern eine funktionelle Kontaktstelle mit mehreren Bestandteilen. Bei elektrischen Synapsen wird ein Signal dagegen direkt über Zellverbindungen weitergeleitet; dabei fließen geladene Teilchen zwischen den Zellen.
Was Dendriten in der Nervenzelle tun
Dendriten bilden zusammen mit dem Zellkörper die Eingangsseite vieler Nervenzellen. An ihnen treffen Signale von zahlreichen anderen Zellen ein. Die Nervenzelle verarbeitet diese Einflüsse; ob sie ein eigenes Signal weiterleitet, hängt unter anderem davon ab, wie die eintreffenden Signale zusammenwirken.
An vielen Dendriten sitzen kleine Ausstülpungen, sogenannte dendritische Dornen. Sie vergrößern die Fläche für synaptische Kontakte und können sich im Lauf der Entwicklung oder durch Aktivität verändern. Nicht jeder Dendrit besitzt solche Dornen.
Wie beide Strukturen zusammenhängen
Eine Synapse kann auf einem Dendriten enden: Dann liegt der postsynaptische Teil der Kontaktstelle an der Dendritenmembran. Häufig befindet sich dieser Kontakt auf einem dendritischen Dorn. Die Synapse selbst ist dennoch nicht der Dendrit, sondern die Übertragungsstelle zwischen sendender und empfangender Zelle.
Synaptische Kontakte können auch an anderen Stellen liegen, etwa am Zellkörper oder am Axon einer Nervenzelle. Außerdem gibt es Synapsen zwischen Nervenzellen und Muskelzellen. Deshalb ist „Synapse“ nicht einfach ein anderer Name für einen Dendriten.
Warum die Begriffe leicht verwechselt werden
In schematischen Zeichnungen wird eine Synapse oft direkt am Ende eines Axons neben einem Dendriten dargestellt. Das zeigt eine häufige Anordnung, aber nicht die einzig mögliche. Die Zeichnung kann außerdem den synaptischen Spalt stark vergrößern, damit die Signalübertragung verständlich wird.
Auch die verbreitete Kurzform „Dendriten empfangen, Axone senden“ ist nur eine Orientierung: Dendriten nehmen oft Signale auf, und Axone führen häufig Signale vom Zellkörper weg. Für die genaue Funktion kommt es jedoch auf Zelltyp und Kontaktstelle an.
Woran erkennt man den Unterschied?
- Fragen Sie, ob die Bezeichnung eine Kontaktstelle oder einen Zellfortsatz meint.
- Bei einer chemischen Synapse: Suchen Sie nach einer sendenden und einer empfangenden Seite.
- Suchen Sie bei einem Dendriten nach einem verzweigten Fortsatz, der zum Zellkörper gehört.
- Prüfen Sie, ob ein Dendrit nur in einer Zeichnung als Empfängerseite einer Synapse gezeigt wird.
Gemeinsamkeiten
- Beide sind wichtige Bestandteile der Kommunikation im Nervensystem.
- Beide können an der Weitergabe von Nervensignalen beteiligt sein.
- Synapsen liegen häufig auf Dendriten oder dendritischen Dornen.
Häufiger Irrtum
Irrtum: „Eine Synapse ist ein anderer Name für einen Dendriten.“
Richtig: Eine Synapse ist eine Übertragungsstelle; ein Dendrit ist ein Fortsatz einer Nervenzelle.
Häufige Fragen
Liegt eine Synapse immer auf einem Dendriten?
Nein. Synapsen können auch am Zellkörper oder am Axon einer Nervenzelle liegen und Nervenzellen mit Muskel- oder Drüsenzellen verbinden. Der Dendrit ist nur eine häufige Empfangsstelle.
Was ist der Unterschied zwischen Axon und Dendrit?
Ein Axon leitet Signale meist vom Zellkörper weg und kann an seinen Enden Synapsen bilden. Dendriten nehmen häufig Signale auf und leiten sie in Richtung Zellkörper. Diese Kurzbeschreibung gilt nicht ausnahmslos für jede Nervenzelle.
Sind Synapsen immer chemisch?
Nein. Bei chemischen Synapsen vermitteln Botenstoffe die Übertragung über einen synaptischen Spalt. Bei elektrischen Synapsen sind die Zellen über spezielle Kanäle direkt gekoppelt.





