Unterschied zwischen Einfamilienhaus und Reihenhaus

Kurz gesagt
Ein Einfamilienhaus ist vor allem nach seiner Nutzung benannt: Es ist üblicherweise für eine Wohneinheit vorgesehen; die tatsächliche Zahl und Zusammensetzung der Bewohner sind davon zu unterscheiden. Ein Reihenhaus beschreibt dagegen die Bauform: Es steht seitlich mit weiteren Häusern in einer Reihe. Ein Reihenhaus kann zugleich ein Einfamilienhaus sein.
Der HauptunterschiedEin Einfamilienhaus ist nach seiner Nutzung als Haus mit meist einer Wohneinheit benannt; ein Reihenhaus nach seiner Bauform als seitlich an weitere Häuser angebautes Haus.
Beide Begriffe bezeichnen Wohnhäuser und überschneiden sich, unterscheiden sich aber darin, ob die Nutzung oder die Bauform im Mittelpunkt steht.
Steckbriefe
Steckbrief: Einfamilienhaus
Ein Einfamilienhaus ist im üblichen Sprachgebrauch ein Wohnhaus mit meist einer Wohneinheit; eine zusätzliche Einliegerwohnung ist möglich.
- meist eine Wohneinheit
- für einen Haushalt
- verschiedene Bauformen möglich
Beispiel Die Familie wohnt allein in ihrem Einfamilienhaus am Ortsrand.
Steckbrief: Reihenhaus
Ein Reihenhaus ist Teil einer Zeile aus mehreren, üblicherweise mindestens drei, seitlich aneinandergebauten Häusern. Eine Zweiergruppe wird meist als Doppelhaus bezeichnet.
- Teil einer Häuserzeile aus üblicherweise mindestens drei Häusern
- seitlich an Nachbarhäuser angebaut
- meist eigener Eingang
Beispiel Unser Reihenhaus teilt sich die Seitenwände mit den Nachbarhäusern.
Auf einen Blick
| Merkmal | Einfamilienhaus | Reihenhaus |
|---|---|---|
| Was ist es? | Wohnhaus, meist für einen Haushalt | Haus als Teil einer Zeile aus üblicherweise mindestens drei angebauten Häusern |
| Typisch | Nutzung durch eine Wohneinheit | Gemeinsame Seitenwände mit Nachbarhäusern |
| Wofür / wann? | Bezeichnung nach der Wohnnutzung | Bezeichnung nach der Bauform |
| Beispiel | Freistehendes Haus für eine Familie | Mittelhaus in einer Häuserreihe |
| Bauform | Kann freistehen oder angebaut sein | Seitlich an Nachbarhäuser angeschlossen |
| Seitenwände | Bei freistehender Bauweise keine gemeinsamen Hauswände | Mindestens eine gemeinsame Seitenwand |
| Lage in der Reihe | Nicht durch den Begriff festgelegt | Mittelhaus oder Reihenendhaus |
| Wohneinheiten | Meist eine, teils mit Einliegerwohnung | Oft eine, aber nicht zwingend |
Im Detail
Zwei Begriffe, zwei Blickwinkel
Die Wörter beantworten unterschiedliche Fragen. „Einfamilienhaus“ sagt, für welche Wohnnutzung ein Haus gedacht ist; „Reihenhaus“ sagt, wie es in die Nachbarbebauung eingebunden ist. Deshalb schließen sich die Begriffe nicht aus.
Ein freistehendes Haus mit einer Wohneinheit ist ein Einfamilienhaus, aber kein Reihenhaus. Ein Reihenhaus mit einer Wohneinheit ist meist beides. Bei Immobilienanzeigen lohnt es sich daher, auf die Beschreibung der Wohnfläche und der Bauform getrennt zu achten.
Mittelhaus und Reihenendhaus
Ein Reihenhaus in der Mitte einer Häuserzeile grenzt normalerweise an beiden Seiten an Nachbarhäuser. Ein Reihenendhaus steht am Rand der Zeile und hat nur auf einer Seite ein angebautes Nachbarhaus. Es bleibt dennoch ein Reihenhaus.
Die gemeinsame Wand kann den Wärmeverlust über die seitliche Außenfläche verringern. Wie gut Schall- und Wärmeschutz tatsächlich sind, hängt jedoch unter anderem von Konstruktion, Dämmung und Ausführung ab. Die Bezeichnung allein garantiert keine bestimmte Bauqualität.
Was die Begriffe nicht festlegen
„Einfamilienhaus“ bedeutet nicht automatisch, dass nur eine Person oder eine klassische Kernfamilie darin wohnen darf. Im üblichen Sprachgebrauch ist damit ein Wohnhaus mit meist einer Wohneinheit gemeint; tatsächliche Bewohnerzahl und Haushaltszusammensetzung können davon abweichen. Eine zusätzliche Einliegerwohnung ist je nach Ausführung möglich.
Auch ein Reihenhaus muss nicht immer genau eine Wohnung enthalten. Es kann etwa mehrere abgeschlossene Wohneinheiten umfassen. Bei Bau- und Immobilienunterlagen sind deshalb konkrete Angaben zu Nutzung, Genehmigung und Zahl der Wohnungen aussagekräftiger als der Begriff allein.
Grundstück und Alltag
Reihenhäuser stehen häufig auf schmaleren Grundstücken und nutzen den Platz dichter als freistehende Häuser. Das kann kürzere Wege und einen kleineren Garten bedeuten, ist aber keine feste Regel. Grundstücksgröße und Zuschnitt unterscheiden sich je nach Ort und Anlage.
Wer ein Haus vergleicht, sollte außerdem prüfen, welche Flächen tatsächlich zum eigenen Grundstück gehören und welche Bauteile gemeinschaftlich genutzt oder instand gehalten werden. Bei Reihenhäusern können gemeinsame Wände und angrenzende Grundstücksgrenzen Abstimmungen mit Nachbarn erforderlich machen. Maßgeblich sind die konkreten Verträge und Unterlagen.
Woran erkennt man den Unterschied?
- Fragen Sie zuerst: Geht es um die Zahl der Haushalte oder um die Bauform?
- Prüfen Sie, ob das Haus seitlich an Nachbarhäuser angebaut ist.
- Unterscheiden Sie beim Reihenhaus zwischen Mittelhaus und Reihenendhaus.
- Lesen Sie bei Angeboten die Angaben zu Wohneinheiten und Grundstück separat.
Gemeinsamkeiten
- Beide Begriffe beziehen sich auf Wohnhäuser.
- Beide Haustypen können einen eigenen Eingang und Garten haben.
- Beide können unterschiedlich groß und ausgestattet sein.
- Ein Reihenhaus kann zugleich ein Einfamilienhaus sein.
Häufiger Irrtum
Irrtum: „Ein Reihenhaus ist kein Einfamilienhaus.“
Richtig: Ein Reihenhaus kann für eine Wohneinheit gedacht sein und damit zugleich als Einfamilienhaus gelten.
Irrtum: „Jedes Einfamilienhaus steht frei.“
Richtig: Der Begriff legt die Bauform nicht fest; ein Einfamilienhaus kann beispielsweise auch ein Reihenhaus sein.
Häufige Fragen
Kann ein Reihenhaus als Einfamilienhaus gelten?
Ja. Wenn es üblicherweise für eine Wohneinheit vorgesehen ist, kann es beides sein: Reihenhaus nach der Bauform und Einfamilienhaus nach der üblichen Einordnung. Die tatsächliche Zahl der Bewohner oder Haushalte ist dafür nicht ausschlaggebend.
Was ist der Unterschied zwischen Reihenmittelhaus und Reihenendhaus?
Ein Reihenmittelhaus liegt zwischen zwei weiteren Häusern der Zeile und grenzt meist beidseitig an sie. Ein Reihenendhaus steht am Rand und hat normalerweise nur auf einer Seite einen angebauten Nachbarn.
Ist ein Einfamilienhaus immer freistehend?
Nein. „Einfamilienhaus“ beschreibt vor allem die vorgesehene Wohnnutzung, nicht zwingend die Lage oder Bauweise. Auch ein Reihenhaus kann eine Wohneinheit enthalten.





