Unterschied zwischen Glaukom und Katarakt

Kurz gesagt
Ein Glaukom ist eine Erkrankung des Sehnervs, bei der Sehnervenfasern geschädigt werden; häufig, aber nicht immer, spielt ein erhöhter Augeninnendruck eine Rolle. Ein Katarakt, auch Grauer Star genannt, ist eine Trübung der Augenlinse. Beide können das Sehen beeinträchtigen, haben aber unterschiedliche Ursachen und Behandlungen.
Der HauptunterschiedBeim Glaukom wird der Sehnerv geschädigt, beim Katarakt trübt sich die Augenlinse.
Beide sind Augenerkrankungen, unterscheiden sich aber darin, welcher Teil des Auges betroffen ist und wie die Erkrankung behandelt wird.
Steckbriefe
Steckbrief: Glaukom
Ein Glaukom ist eine Gruppe von Erkrankungen, bei denen der Sehnerv fortschreitend geschädigt wird. Ein erhöhter Augeninnendruck ist ein wichtiger Risikofaktor, aber nicht bei allen Betroffenen vorhanden.
- Schädigung des Sehnervs
- Gesichtsfeld kann schrumpfen
- oft lange unbemerkt
Beispiel Bei einer Augenuntersuchung entdeckt die Ärztin Veränderungen am Sehnerv, obwohl die Person noch gut sieht.
Steckbrief: Katarakt
Ein Katarakt ist eine Eintrübung der normalerweise klaren Augenlinse. Dadurch wird das Licht nicht mehr ungehindert auf die Netzhaut gebündelt.
- getrübte Augenlinse
- verschwommenes oder mattes Sehen
- häufig altersbedingt
Beispiel Beim Lesen wirken die Buchstaben trotz passender Brille zunehmend verschwommen.
Auf einen Blick
| Merkmal | Glaukom | Katarakt |
|---|---|---|
| Was ist es? | Erkrankung mit Schädigung des Sehnervs | Eintrübung der Augenlinse |
| Typisch | Anfangs oft keine spürbaren Beschwerden | Sehen wirkt zunehmend unscharf oder matt |
| Wofür / wann? | Kontrollen und Behandlung sollen weiteren Sehverlust bremsen | Eine Operation kann die getrübte Linse ersetzen |
| Beispiel | Sehnervveränderungen werden bei einer Untersuchung festgestellt | Schilder erscheinen beim Autofahren verschwommen |
| Betroffener Teil | Sehnerv und oft Gesichtsfeld | Augenlinse |
| Beschwerdebeginn | Häufig schleichend und unbemerkt | Meist allmählich unscharfes Sehen |
| Diagnostik | Sehnerv, Gesichtsfeld und Augeninnendruck | Untersuchung der Linsentrübung |
| Behandlung | Augentropfen, Laser oder Operation | Operation mit künstlicher Linse |
Im Detail
Was im Auge betroffen ist
Beim Glaukom liegt das zentrale Problem am Sehnerv, der Informationen von der Netzhaut zum Gehirn weiterleitet. Werden seine Fasern geschädigt, kann das Gesichtsfeld nach und nach Lücken bekommen. Ein erhöhter Augeninnendruck kann die Schädigung begünstigen, doch auch bei normal gemessenem Druck kann ein Glaukom auftreten.
Beim Katarakt verändert sich dagegen die Linse im Inneren des Auges: Sie verliert ihre Klarheit. Das Licht wird dadurch stärker gestreut, bevor es die Netzhaut erreicht. Die Trübung selbst lässt sich nicht durch eine Brille oder Augentropfen beseitigen.
Wie sich die Beschwerden unterscheiden
Ein häufiges Glaukom entwickelt sich langsam und verursacht zunächst oft keine auffälligen Beschwerden. Betroffene bemerken eine Einschränkung des seitlichen Sehens möglicherweise erst spät; das zentrale Sehen kann anfangs erhalten bleiben. Deshalb sind Untersuchungen wichtig, auch wenn sich das Sehen normal anfühlt.
Ein Katarakt macht sich eher durch allmählich verschwommenes, kontrastärmeres oder blendempfindliches Sehen bemerkbar. Farben können matter wirken, und beim Lesen oder bei schlechten Lichtverhältnissen kann mehr Mühe nötig sein. Diese Beschwerden sind nicht allein beweisend für einen Katarakt und sollten augenärztlich abgeklärt werden.
Untersuchung und Behandlung
Zur Glaukomabklärung beurteilt die Augenärztin oder der Augenarzt unter anderem den Sehnerv und das Gesichtsfeld; auch der Augeninnendruck wird gemessen. Ein einzelner Druckwert reicht nicht aus, um die Erkrankung sicher festzustellen oder auszuschließen. Ziel der Behandlung ist meist, das Fortschreiten der Sehnervschädigung zu verlangsamen, etwa durch drucksenkende Tropfen, Laser oder eine Operation.
Ein Katarakt wird durch eine Untersuchung der Linse erkannt. Wenn die Trübung den Alltag deutlich beeinträchtigt, kann die getrübte Linse operativ entfernt und durch eine künstliche Linse ersetzt werden. Wann eine Operation sinnvoll ist, richtet sich nach den Beschwerden und der augenärztlichen Beurteilung.
Wenn beide Erkrankungen vorkommen
Glaukom und Katarakt schließen einander nicht aus: Eine Person kann beide Erkrankungen gleichzeitig haben. Dann müssen die Befunde getrennt beurteilt werden, denn eine Kataraktoperation behebt nicht automatisch eine Glaukomschädigung, und eine Glaukombehandlung klärt die Linse nicht.
Plötzlich starke Augenschmerzen, ein rotes Auge, verschwommenes Sehen oder Übelkeit können unter anderem zu einem akuten Glaukomanfall passen. Das ist ein Notfall und muss sofort medizinisch abgeklärt werden. Bei plötzlich auftretenden schweren Augenbeschwerden sollten Sie unverzüglich ärztliche Hilfe suchen.
Woran erkennt man den Unterschied?
- Fragen Sie sich, ob von einer getrübten Linse oder von einer Schädigung des Sehnervs die Rede ist.
- Allmählich unscharfes, mattes Sehen passt eher zu einem Katarakt, beweist ihn aber nicht.
- Ein unauffälliges Sehgefühl schließt ein frühes Glaukom nicht aus; regelmäßige Augenuntersuchungen können es aufdecken.
- Lassen Sie die Ursache neuer Sehprobleme augenärztlich untersuchen, statt sie allein anhand der Symptome einzuordnen.
- Bei plötzlich starken Schmerzen oder einem roten Auge mit Sehstörung ist sofortige medizinische Abklärung nötig.
Gemeinsamkeiten
- Beide betreffen das Auge und können das Sehvermögen beeinträchtigen.
- Beide werden durch eine augenärztliche Untersuchung abgeklärt.
- Beide können gleichzeitig bei derselben Person vorkommen.
Häufiger Irrtum
Irrtum: „Ein erhöhter Augeninnendruck bedeutet automatisch Glaukom.“
Richtig: Ein erhöhter Druck ist ein Risikofaktor, aber die Diagnose berücksichtigt auch Sehnerv und Gesichtsfeld; ein Glaukom kann zudem bei normalem Druck auftreten.
Irrtum: „Grauer Star und Glaukom sind zwei Namen für dieselbe Krankheit.“
Richtig: Grauer Star ist ein anderer Name für Katarakt. Glaukom bezeichnet eine Erkrankung, bei der der Sehnerv geschädigt wird.
Häufige Fragen
Kann ein Glaukom wieder geheilt werden?
Bereits entstandene Schäden am Sehnerv lassen sich in der Regel nicht rückgängig machen. Eine Behandlung kann aber häufig helfen, ein weiteres Fortschreiten zu bremsen; dafür sind Kontrollen wichtig.
Wann sollte ein Katarakt operiert werden?
Eine Operation kommt meist infrage, wenn die Linsentrübung den Alltag deutlich stört. Den passenden Zeitpunkt besprechen Betroffene mit einer Augenärztin oder einem Augenarzt.
Kann man gleichzeitig Glaukom und Katarakt haben?
Ja. Die Erkrankungen betreffen unterschiedliche Teile des Auges und können zusammen auftreten. Sie benötigen jeweils eine eigene Beurteilung und gegebenenfalls Behandlung.





