Gesundheit & Medizin

Unterschied zwischen Glaukom und Katarakt

Gegenüberstellung: links Glaukom, rechts Katarakt

Kurz gesagt

Ein Glaukom ist eine Erkrankung des Sehnervs, bei der Sehnervenfasern geschädigt werden; häufig, aber nicht immer, spielt ein erhöhter Augeninnendruck eine Rolle. Ein Katarakt, auch Grauer Star genannt, ist eine Trübung der Augenlinse. Beide können das Sehen beeinträchtigen, haben aber unterschiedliche Ursachen und Behandlungen.

Der HauptunterschiedBeim Glaukom wird der Sehnerv geschädigt, beim Katarakt trübt sich die Augenlinse.

BeziehungGleiche KategorieGlaukom und Katarakt gehören zur selben Gruppe, sind aber eigenständig
Ähnlichkeit4/10

Beide sind Augenerkrankungen, unterscheiden sich aber darin, welcher Teil des Auges betroffen ist und wie die Erkrankung behandelt wird.

Steckbriefe

Steckbrief: Glaukom

Ein Glaukom ist eine Gruppe von Erkrankungen, bei denen der Sehnerv fortschreitend geschädigt wird. Ein erhöhter Augeninnendruck ist ein wichtiger Risikofaktor, aber nicht bei allen Betroffenen vorhanden.

  • Schädigung des Sehnervs
  • Gesichtsfeld kann schrumpfen
  • oft lange unbemerkt

Beispiel Bei einer Augenuntersuchung entdeckt die Ärztin Veränderungen am Sehnerv, obwohl die Person noch gut sieht.

Steckbrief: Katarakt

Ein Katarakt ist eine Eintrübung der normalerweise klaren Augenlinse. Dadurch wird das Licht nicht mehr ungehindert auf die Netzhaut gebündelt.

  • getrübte Augenlinse
  • verschwommenes oder mattes Sehen
  • häufig altersbedingt

Beispiel Beim Lesen wirken die Buchstaben trotz passender Brille zunehmend verschwommen.

Auf einen Blick

MerkmalGlaukomKatarakt
Was ist es?Erkrankung mit Schädigung des SehnervsEintrübung der Augenlinse
TypischAnfangs oft keine spürbaren BeschwerdenSehen wirkt zunehmend unscharf oder matt
Wofür / wann?Kontrollen und Behandlung sollen weiteren Sehverlust bremsenEine Operation kann die getrübte Linse ersetzen
BeispielSehnervveränderungen werden bei einer Untersuchung festgestelltSchilder erscheinen beim Autofahren verschwommen
Betroffener TeilSehnerv und oft GesichtsfeldAugenlinse
BeschwerdebeginnHäufig schleichend und unbemerktMeist allmählich unscharfes Sehen
DiagnostikSehnerv, Gesichtsfeld und AugeninnendruckUntersuchung der Linsentrübung
BehandlungAugentropfen, Laser oder OperationOperation mit künstlicher Linse

Im Detail

Was im Auge betroffen ist

Beim Glaukom liegt das zentrale Problem am Sehnerv, der Informationen von der Netzhaut zum Gehirn weiterleitet. Werden seine Fasern geschädigt, kann das Gesichtsfeld nach und nach Lücken bekommen. Ein erhöhter Augeninnendruck kann die Schädigung begünstigen, doch auch bei normal gemessenem Druck kann ein Glaukom auftreten.

Beim Katarakt verändert sich dagegen die Linse im Inneren des Auges: Sie verliert ihre Klarheit. Das Licht wird dadurch stärker gestreut, bevor es die Netzhaut erreicht. Die Trübung selbst lässt sich nicht durch eine Brille oder Augentropfen beseitigen.

Wie sich die Beschwerden unterscheiden

Ein häufiges Glaukom entwickelt sich langsam und verursacht zunächst oft keine auffälligen Beschwerden. Betroffene bemerken eine Einschränkung des seitlichen Sehens möglicherweise erst spät; das zentrale Sehen kann anfangs erhalten bleiben. Deshalb sind Untersuchungen wichtig, auch wenn sich das Sehen normal anfühlt.

Ein Katarakt macht sich eher durch allmählich verschwommenes, kontrastärmeres oder blendempfindliches Sehen bemerkbar. Farben können matter wirken, und beim Lesen oder bei schlechten Lichtverhältnissen kann mehr Mühe nötig sein. Diese Beschwerden sind nicht allein beweisend für einen Katarakt und sollten augenärztlich abgeklärt werden.

Untersuchung und Behandlung

Zur Glaukomabklärung beurteilt die Augenärztin oder der Augenarzt unter anderem den Sehnerv und das Gesichtsfeld; auch der Augeninnendruck wird gemessen. Ein einzelner Druckwert reicht nicht aus, um die Erkrankung sicher festzustellen oder auszuschließen. Ziel der Behandlung ist meist, das Fortschreiten der Sehnervschädigung zu verlangsamen, etwa durch drucksenkende Tropfen, Laser oder eine Operation.

Ein Katarakt wird durch eine Untersuchung der Linse erkannt. Wenn die Trübung den Alltag deutlich beeinträchtigt, kann die getrübte Linse operativ entfernt und durch eine künstliche Linse ersetzt werden. Wann eine Operation sinnvoll ist, richtet sich nach den Beschwerden und der augenärztlichen Beurteilung.

Wenn beide Erkrankungen vorkommen

Glaukom und Katarakt schließen einander nicht aus: Eine Person kann beide Erkrankungen gleichzeitig haben. Dann müssen die Befunde getrennt beurteilt werden, denn eine Kataraktoperation behebt nicht automatisch eine Glaukomschädigung, und eine Glaukombehandlung klärt die Linse nicht.

Plötzlich starke Augenschmerzen, ein rotes Auge, verschwommenes Sehen oder Übelkeit können unter anderem zu einem akuten Glaukomanfall passen. Das ist ein Notfall und muss sofort medizinisch abgeklärt werden. Bei plötzlich auftretenden schweren Augenbeschwerden sollten Sie unverzüglich ärztliche Hilfe suchen.

Woran erkennt man den Unterschied?

  1. Fragen Sie sich, ob von einer getrübten Linse oder von einer Schädigung des Sehnervs die Rede ist.
  2. Allmählich unscharfes, mattes Sehen passt eher zu einem Katarakt, beweist ihn aber nicht.
  3. Ein unauffälliges Sehgefühl schließt ein frühes Glaukom nicht aus; regelmäßige Augenuntersuchungen können es aufdecken.
  4. Lassen Sie die Ursache neuer Sehprobleme augenärztlich untersuchen, statt sie allein anhand der Symptome einzuordnen.
  5. Bei plötzlich starken Schmerzen oder einem roten Auge mit Sehstörung ist sofortige medizinische Abklärung nötig.

Gemeinsamkeiten

  • Beide betreffen das Auge und können das Sehvermögen beeinträchtigen.
  • Beide werden durch eine augenärztliche Untersuchung abgeklärt.
  • Beide können gleichzeitig bei derselben Person vorkommen.

Häufiger Irrtum

Irrtum: „Ein erhöhter Augeninnendruck bedeutet automatisch Glaukom.“

Richtig: Ein erhöhter Druck ist ein Risikofaktor, aber die Diagnose berücksichtigt auch Sehnerv und Gesichtsfeld; ein Glaukom kann zudem bei normalem Druck auftreten.

Irrtum: „Grauer Star und Glaukom sind zwei Namen für dieselbe Krankheit.“

Richtig: Grauer Star ist ein anderer Name für Katarakt. Glaukom bezeichnet eine Erkrankung, bei der der Sehnerv geschädigt wird.

Häufige Fragen

Kann ein Glaukom wieder geheilt werden?

Bereits entstandene Schäden am Sehnerv lassen sich in der Regel nicht rückgängig machen. Eine Behandlung kann aber häufig helfen, ein weiteres Fortschreiten zu bremsen; dafür sind Kontrollen wichtig.

Wann sollte ein Katarakt operiert werden?

Eine Operation kommt meist infrage, wenn die Linsentrübung den Alltag deutlich stört. Den passenden Zeitpunkt besprechen Betroffene mit einer Augenärztin oder einem Augenarzt.

Kann man gleichzeitig Glaukom und Katarakt haben?

Ja. Die Erkrankungen betreffen unterschiedliche Teile des Auges und können zusammen auftreten. Sie benötigen jeweils eine eigene Beurteilung und gegebenenfalls Behandlung.

Stand: 25. Oktober 2026. Mit KI-Unterstützung erstellt und in einem zweiten Durchgang auf sachliche Fehler geprüft — so arbeiten wir. Ersetzt keine fachliche Beratung. Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.

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